Ankommen und Südtirol entdecken

Das Südtiroler Lebensgefühl ist ein ganz besonderes. Hier leben traditionsbewusste Bergbauern neben quirligen Designern, Deutsche neben Italienern, hier treffen Stadt und Land aufeinander – und verschmelzen miteinander.

An Altbewährtem halten die Südtiroler fest, dennoch sind sie hungrig nach Neuem.

Das Südtiroler Lebensgefühl ist ein ganz besonderes. Wer in Südtirol lebt – egal, ob mit seiner Familie oder für sich, erlebt eine Symbiose aus mediterran und alpin, aus Spontaneität und Verlässlichkeit, aus Natur und Kultur. Hier leben traditionsbewusste Bergbauern neben quirligen Designern, Deutsche neben Italienern, hier treffen Stadt und Land aufeinander – und verschmelzen miteinander. An Altbewährtem halten die Südtiroler fest, dennoch sind sie hungrig nach Neuem.

Südtirol verstehen heißt seine Geschichte zu kennen.

Südtirols Geschichte als Teil Italiens beginnt im Jahr 1919, als das Gebiet südlich des Brennerpasses vom österreichischen Tirol losgelöst und Italien zugesprochen wird.

Am Ende des Ersten Weltkrieges wird Südtirol von den Siegermächten dem Verbündeten Italien zugesprochen. Bis dahin gehörte die Region über fünf Jahrhunderte lang zu Österreich. Die Folgejahre sind geprägt von Mussolinis Italianisierungspolitik, der Option, den Bombenjahren, zahlreichen Protestkundgebungen und harten politischen Machtkämpfen mit der Regierung in Rom. 1972 tritt das Zweite Autonomiestatut zum besseren Schutz der Südtiroler in Kraft, das 20 Jahre später vollständig durchgesetzt werden kann. Heute gilt Südtirol als Vorbildmodell für eine Autonomie von ethnischen Minderheiten.

Fünf Fakten über Südtirols Geschichte:

Fakt 1 Die berühmteste Gletschermumie der Welt – Ötzi – wurde am Schnalstaler Gletscher in Südtirol gefunden und gibt Einblicke in die Welt um 3200 vor Christus, als die Besiedelung der kleinen Seitentäler begann.

Fakt 2 Von 400 vor Christus bis zum 5. Jahrhundert nach Christus stand Südtirol unter Einfluss der Räter und Römer – geblieben ist aus dieser Zeit die ladinische Sprache, die noch heute im Gadertal und im Grödnertal gesprochen wird.

Fakt 3 Als Brücke zwischen dem germanischen Norden und dem italienischen Süden mit zwei Alpenpässen hatte die Region seit jeher große strategische Bedeutung. Handelsstraßen, prunkvolle Ansitze, Marktplätze und nicht zuletzt über 800 Burgen und Schlösser zeugen davon.

Fakt 4 Bis zum Jahr 1918 gehörte Südtirol über 550 Jahre lang zur Grafschaft Tirol und somit zum Habsburgerreich. Dieser Zeitraum hatte großen Einfluss auf die Kultur, die Architektur und die Küche Südtirols.

Fakt 5 Am Ende des Ersten Weltkrieges wurde Südtirol Italien zugesprochen. Nach Jahren der Italianisierungspolitik und harten politischen Machtkämpfen trat 1972 das Zweite Autonomiestatut zum Schutz der Südtiroler in Kraft. Menschen italienischer, deutscher und ladinischer Muttersprache leben heute friedlich miteinander.

Die Publikation „Das ist Südtirol“ enthält allerlei Kuriositäten über die nördlichste Provinz Italiens; wer hingegen tiefer in die Geschichte Südtirols eintauchen mag, kann das hier tun.

Grüß Gott. Buongiorno. Bun dé: So spricht Südtirol.

In Südtirol gibt es drei offizielle Landessprachen: Deutsch, Italienisch und Ladinisch. Die Mehrsprachigkeit prägt Land und Leute und ist eine der Eigenheiten Südtirols. Straßenschilder sind zwei- oder sogar dreisprachig, an einem Tag lässt sich ein freundliches „Buongiorno“ hören, gefolgt von „Grüß Gott“ und sogar „Bun dé“.
In Speisekarten werden Tagliatelle al ragù genauso selbstverständlich angeführt wie Südtiroler Schlutzkrapfen. Ergänzt werden die drei Sprachen mit dem Südtiroler Dialekt sowie ganz eigenen Kreationen, die aus der Verschmelzung der Sprachen entstanden sind.

Italienisch wird am häufigsten in Südtirols Hauptstadt Bozen, in Meran und im Süden des Landes gesprochen. Südtirols „Ursprache“ aber ist das über 1.000 Jahre alte Ladinisch, das noch bei 18.000 Menschen im Gadertal und in Gröden lebendig ist.
Alle drei Sprachgruppen haben ihre Bräuche und Geschichten. Mit der Zeit aber wurden ihre Sprachen und Kulturen durchlässig und es entstand eine einmalige Südtiroler Lebensart.

Zahlen und Fakten zum Thema Sprachen in Südtirol:

Fakt 1 In Südtirol sind 70 % der Bevölkerung deutscher, 25 % italienischer und 5 % ladinischer Muttersprache.

Fakt 2 Das Ladinische, eine rätoromanische Sprache, wird noch in den Dolomitentälern Gröden und Gadertal gesprochen.

Fakt 3 Das Schulsystem in Südtirol ist nach Sprachen getrennt. Deutsch bzw. Italienisch wird als erste Fremdsprache unterrichtet. In den ladinischen Tälern erfolgt der Unterricht in allen drei Sprachen.

Fakt 4 98 % der Italienerinnen und Italiener leben in den Städten. 72 % der deutschsprachigen Bevölkerung leben auf dem Land. 87 % der Ladiner leben in Gröden und im Gadertal.

Fakt 5 In der Gemeinde Martell sind 100 % der Menschen der deutschen Sprachgruppe zugehörig.

Fakt 6 Bozen ist die Gemeinde mit dem höchsten Anteil der italienischen Sprachgruppe, dieser beträgt über 70 %.

Live like a local. Leben wie die Südtiroler.

Wo trifft man die Südtiroler? Was kochen und essen sie? Was unterscheidet sie? Auffällig ist: Sie lieben ihr Land. Ihre Berge, ihren Wein, ihre Kultur. Mit den nachfolgenden Tipps sind Sie dort, wo auch die Einheimischen unterwegs sind. So fällt es leicht, Südtiroler und ihr Land so authentisch wie nur möglich zu erleben und – sobald sie etwas aufgetaut sind – neue Bekanntschaften und Freundschaften zu schließen.

Mit einem Aperitif den Feierabend einläuten.

Ein Aperitif geht (fast) immer. Gemeint ist damit, vor dem Essen ein – meist alkoholisches – Getränk zu trinken und dazu ein paar Häppchen einzunehmen. Das Nationalgetränk Südtirols ist dabei der Hugo, eine frisch-fruchtige Mischung aus Holundersirup, Südtiroler Weißwein oder Sekt, Mineralwasser und Minzeblättern.

Auf das Standardwerk „So kocht Südtirol“ schwören.

Die Südtiroler lieben „ihr“ Kochbuch, verfasst von den drei Südtiroler Köchen Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser und Helmut Bachmann. Ob Einsteiger oder Kochprofi, jeder findet hier sein Lieblingsrezept. Dabei reicht die Auswahl von typischen Südtiroler Gerichten wie Schlutzkrapfen oder Knödel über Aperitif-Häppchen bis hin zu leichter italienischer oder mediterraner Küche wie Spaghetti mit Muscheln oder Melanzane alla parmigiana.

Am Markt einkaufen, „eigene Bauern“ haben.

Südtirol ist weitum bekannt für die hohe Lebensmittelqualität und den reichen Schatz an Obst, Gemüse und tierischen Produkten wie Speck und Käse. Viele Südtiroler Spezialitäten und Delikatessen kann man direkt ab Hof kaufen – oder aber im gut sortierten Lebensmittelgeschäft oder Supermarkt.

Wer seine Produkte „ab Hof“ kaufen mag, findet hier eine riesige Auswahl an Südtiroler Produkten.

Watten. Das Lieblingskartenspiel der Südtiroler.

Beim Watten geht es hoch her. Die Karten werden auf den Tisch geknallt, dass es beim Zuschauen wehtut, es wird gelacht und geflucht, Augen blinzeln, Finger zucken.
Um zu gewinnen, braucht es Risikofreude und ein gutes Gedächtnis. Für die in Südtirol beliebteste Variante des Wattens, das Blindwatten, sind eine genaue Beobachtungs- und eine schnelle Kombinationsgabe das A und O. Und es kommt auf das Bieten und Bluffen an: Man kann mit schlechten Karten gewinnen und auch mit einem aufregenden Blatt verlieren. Watten ist daher nicht nur ein geselliger Zeitvertreib – Gehirnjogging und spielerisches Kräftemessen sind erfreuliche Nebeneffekte.

Neugierig? Hier gibt’s mehr Infos zum Watten. Oder einfach in ein Südtiroler Gasthaus gehen: Am Stammtisch finden sich (fast) immer „Watter“.

Südtirols Gasthäuser

Man spürt es sofort, wenn man ein original Südtiroler Gasthaus oder einen Südtiroler Gasthof betritt. Im Inneren wartet das, was jeden Gastbetrieb so einzigartig macht: die Gastwirtsfamilie, die mit Leib und Seele Freude an ihrer Arbeit hat.

Zur Auswahl stehen ortstypische Speisen, eine ungekünstelte Gastfreundschaft und die Liebe zum Altbewährten. Hier können Sie die Südtiroler Gasthäuser kennenlernen.

Schon mal vom Südtirol-Takt gehört?

Die Südtiroler lieben ihre Freiheit. Und sie lieben ihr Land, ihre Natur.
In Südtirol ist man auch ohne Auto mobil – in den meisten Gegenden jedenfalls.
Ein ausgeklügeltes und gut ausgebautes Nahverkehrsnetz macht’s möglich: Busse und Züge fahren landesweit im „Südtirol-Takt“, d. h. in mindestens einstündiger Taktung. Mancherorts gar in halbstündiger Taktung. Wer’s sportlich mag, der kann seine Wege auch auf dem Fahrrad zurücklegen – faszinierende Panoramen inklusive.

Denn zum Radfahren in Südtirol laden 600 Kilometer abwechslungsreiche Radwege. Zum Mountainbiken sind vor allem die Dolomiten und der Vinschgau mit einer großen Anzahl gut beschilderter Trails ideal. Weniger Höhenmeter und damit gemütlichen Fahrspaß, aber ebenso einzigartige Erlebnisse, bieten die Talradwege. Sehr bekannt sind die Radroute Via Claudia Augusta, die sich vom Reschenpass durch das Etschtal zieht, sowie der Drauradweg von Toblach nach Lienz in Osttirol.

Die Südtiroler Bahn

Seit mittlerweile zwölf Jahren ist die „Vinschger Bahn“ zwischen Meran und Mals wieder in Betrieb. Weil sie bei Einheimischen wie Gästen so beliebt ist, wird ihre Kapazität verstärkt: Derzeit wird die Strecke elektrifiziert; so ist die Bahn auch für die Zukunft gerüstet.

Neben der Vinschger Bahn gibt es auch grenzüberschreitende Südtirol-Züge, die FLIRT-Züge: Geräuschlos, komfortabel und barrierefrei sausen sie von Bozen nach Innsbruck und von Franzensfeste nach Lienz im Osttirol. Wer nach Süden will, der kann die FLIRT-Züge der Nachbarprovinz Trentino nutzen.

Und das Tolle an der Eisenbahn in Südtirol: Sie ist nicht nur super bequem und umweltfreundlich, sondern ermöglicht auch die Mitnahme von Fahrrädern!

Bus fahren in Südtirol

Wer in Südtirol ins Nachbardorf oder in die nächste Stadt fahren mag, kann dies ganz bequem per Bus tun. Denn jede Gemeinde ist an das Busnetz angebunden; Busbahnhöfe oder wichtige Haltestellen befinden sich meist in Zentrumsnähe.
In vielen Gemeinden sind auch entlegenere Ortsteile (sogenannte Fraktionen) mittlerweile per Bus erreichbar – wenn auch nicht im Südtirol-Takt, so dennoch mehrmals pro Tag.

Bus? Bahn? Seilbahn!

Das Leben in den Bergen hat die Südtiroler schon früh veranlasst, sich gute Wege für den Transport von Mensch und Material zu überlegen. Die weltweite Vorreiterrolle von heimischen Unternehmen im Seilbahnbau ist eine logische Folge davon.
Mit den zahlreichen Seilbahnen lässt es sich teilweise wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt auf den Berg schweben. Kann ein Weg zur oder von der Arbeit denn schöner sein?

Der Südtirol-Pass

Wer die öffentlichen Verkehrsmittel regelmäßig nutzt, weiß den „Südtirol-Pass“ zu schätzen. Dies ist ein persönlicher, elektronischer Fahrschein für die öffentlichen Verkehrsmittel des Verkehrsverbundes Südtirol.
Wer aus einem Mitgliedsstaat der Europäischen Union stammt und in Südtirol ansässig ist, hier arbeitet, studiert oder zur Schule geht, kann den Pass beantragen. Notwendig dafür ist eine italienische Steuernummer.
Was Südtirol sonst noch ausmacht, wer die Menschen hier sind und was sie an ihrer Heimat so lieben, kann man auf den folgenden Seiten erkunden: Südtiroler Charakterköpfe, Was uns bewegt, Live like a local.

Hier gibt’s noch mehr Südtirol

Was Südtirol sonst noch ausmacht, wer die Menschen hier sind und was sie an ihrer Heimat so lieben, kann man auf den folgenden Seiten erkunden: Südtiroler Charakterköpfe, Was uns bewegt, Live like a local.