Arbeitsverträge

Der Abschluss eines schriftlichen Arbeitsvertrages ist in Italien für alle Vertragsarten, außer dem unbefristeten Vollzeitarbeitsvertrag, gesetzlich vorgeschrieben. Er enthält alle wesentlichen Bedingungen des Arbeitsverhältnisses wie Tätigkeitsbereich, Arbeitsort, Bezüge und Zulagen, Arbeitszeiten, Laufzeit des Vertrages, Kündigungsfrist sowie etwaige Sondervereinbarungen.
Den Rahmen und Mindeststandart für diesen individuellen Arbeitsvertrag bilden die jeweiligen Gesetze; ergänzt bzw. im Detail geregelt werden diese von den einzelnen Kollektivverträgen der jeweiligen Branche, die teilweise auf lokaler Ebene durch Landeszusatzverträge und/oder Betriebsabkommen erneut ergänzt werden.

In jedem Arbeitsvertrag kann schriftlich eine Probezeit von maximal sechs Monaten vereinbart werden, innerhalb derer das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten jederzeit aufgelöst werden kann. Außerhalb dieser Frist müssen Kündigungen schriftlich und – im Fall des Arbeitgebers – unter Angabe von Gründen erfolgen; die Kündigungsfristen sind in den Kollektivverträgen festgelegt. Seit 12.03.2016 müssen Kündigungen und einvernehmliche Auflösungen von Arbeitsverhältnissen mittels einer telematischen Meldung verschickt bzw. beglaubigt werden.
Bei Ende eines Arbeitsvertrages haben Arbeitnehmer Anspruch auf eine Abfindung (trattamento di fine rapporto – TFR) in Höhe von rund einem Monatsgehalt pro Jahr.

Neben Regelarbeitsverhältnissen gibt es in Italien auch andere Arbeitsverhältnisse: Befristete Arbeitsverträge (contratti a tempo determinato) sind auf eine Gesamtdauer von 36 Monaten beschränkt und dürfen in dieser Zeitspanne bis zu fünf Mal verlängert werden. Daneben gibt es eine Reihe weiterer atypischer Beschäftigungsverhältnisse wie die Teilzeitarbeit (part-time), Arbeit auf Abruf (lavoro intermittente/job on call), Arbeitskräfteüberlassung (contratto di somministrazione – nur über Leiharbeiterfirma möglich) oder die gelegentliche Arbeit (contratto prestazioni occasionali cpo).

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