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15 Juni 2018IDM

Südtirol, Business Location mit viel Potenzial

Südtirol gehört zu den attraktivsten Wirtschaftsstandorten Italiens und fungiert als Brücke zwischen Nord- und Südeuropa. Das wurde vor Kurzem auch bei der Vollversammlung des Unternehmerverbands deutlich

In wirtschafts-und industriepolitischer Hinsicht ein Vorbild für ganz Italien. Als Standort für Unternehmen und Talente aus aller Welt eine strategische und attraktive Location. Dass die Provinz Südtirol und ihre Wirtschaft enormes Potenzial und einiges zu bieten hat, wurde auch bei der Vollversammlung des Südtiroler Unternehmerverbands deutlich. Am vergangenen 25. Mai im MEC Meeting & Event Center in Bozen trafen sich zu diesem Anlass über 300 Südtiroler Unternehmer, Manager und Vertreter aus Politik und Wirtschaft, um sich gemeinsam mit der Zukunft des Wirtschaftsstandorts auseinanderzusetzen. „Die Grenzregion Südtirol — betonte Ehrengast Vincenzo Boccia, Präsident des italienischen Unternehmerverbands Confindustria — hat es in den vergangenen Jahren geschafft, einen direkten und stabilen Draht zu den nordeuropäischen Ländern aufzubauen, insbesondere zum deutschsprachigen Raum und seinen Märkten“. Seit jeher ist Südtirol Brücke und Bindeglied zwischen Nord-und Südeuropa: „Eine strategische Rolle, die Südtirol auszubauen und zu stärken weiß“, lobte Boccia und betonte gleichzeitig, dass die nördlichste Provinz des Stiefelstaats in vielerlei Hinsicht einen Vorbildcharakter für das restliche Italien habe. Wachstum bedeute Stabilität, und das habe Südtirol offensichtlich sehr gut verstanden, erklärte der extra aus Rom angereiste Confindustria-Präsident. „Es sind die Menschen, die eine Region ausmachen und in Südtirol sind die Menschen — wenn man sich ihre beeindruckenden Resultate ansieht — wirklich besonders“.

Dass Südtirol, im Herzen Europas, vor allem auch in wirtschaftlicher Hinsicht die Brücke zum deutschsprachigen Raum darstellt, zeigt sich unter anderem beim alljährlichen Business Forum zwischen den Spitzen des BDI und der Confindustria, den beiden Industriellenvereinigungen Deutschlands und Italiens. Seit 2011 besprechen bei diesem Gipfeltreffen hochkarätige Vertreter aus Wirtschaft und Politik die wichtigsten Herausforderungen der Zukunft, von Wachstum über die Schaffung hochqualifizierter Arbeitskräfte bis hin zum technologischen Fortschritt in der Industrie.

  

Südtirol erfreut sich einer gesunden Wirtschaft. Das ist nichts Neues: „Das verarbeitende Gewerbe und das Bauwesen erzeugen ein Viertel des in Südtirol generierten Mehrwerts. Wenn wir auch die damit verbundenen Dienstleistungen betrachten – die Logistik und das Transportwesen, die ICT, die Verwaltungstätigkeiten, den Großhandel und alle anderen Tätigkeiten, welche die produzierenden Unternehmen unterstützen – überschreiten wir deutlich ein Drittel des BIP des Landes Südtirol“, erinnerte der Präsident des Südtiroler Unternehmerverbands Federico Giudiceandrea. „Alleine die Mitgliedsbetriebe des Unternehmerverbandes beschäftigen fast 40.000 Menschen“. Zahlen, die Appetit machen. Sowohl denjenigen, die bereits in Südtirol leben und arbeiten, als auch denjenigen, die nach Südtirol gezogen sind, um ein Unternehmen zu gründen, um in einem der lokalen Spitzenzentren und Innovationshubs Forschung zu betreiben —  wie beispielsweise am Bozner NOI Techpark — oder um in einem der vielen international tätigen Top-Unternehmen Karriere zu machen. Vor allem im Bereich der Industrie 4.0 sind viele der lokalen Firmen auf der Suche nach vielversprechenden jungen Talenten. „Multikulturalität und Mehrsprachigkeit machen uns zu einem attraktiven Standort und zu einer offenen und gastfreundlichen Region“, betonte Giudiceandrea. „Die Provinz Südtirol hat enormes Potenzial und setzt auf Innovation und Internationalisierung. Um diese Ziele zu erreichen, sind technologischer Fortschritt und die Ansiedlung von hoch qualifizierten Fachkräften Schlüsselfaktoren“.

Strategische Lage und schlanke Verwaltung

Ein Thema, das auch während des zweiten Teils der Veranstaltung im Mittelpunkt stand, und zwar beim runden Tisch mit drei heimischen Unternehmern, Thomas Brandstätter (Hans Zipperle AG), Evelyn Kirchmaier (Markas GmbH) und Harald Oberrauch (Alupress und Durst AG): „Südtirol ist ein strategischer Standort für Unternehmen, nicht nur wegen seiner geografischen Lage an der Grenze zum deutschsprachigen Raum, sondern auch weil hier eine besondere Arbeitskultur herrscht und weil die öffentliche Verwaltung im Vergleich zu anderen italienischen Regionen wesentlich schlanker und effizienter ist“, betonte Kirchmaier. „Wir sind stetig auf der Suche nach neuen Talenten, sowohl im Management als auch im technischen Bereich. Junge und dynamische Fachkräfte ins Unternehmen zu holen, ist unglaublich wichtig für uns. Daher haben wir auch den Start des neuen Masterprogramms in Lebensmittelwissenschaften an der Freien Universität Bozen unterstützt“, so Brandstätter. Oberrauch betonte: „Die Wirtschaftslage ist gut und es herrscht eine optimistische Stimmung. Unsere Unternehmen sind weltweit tätig, der Export könnte nicht besser laufen, der politische Kontext ist stabil. Hinzu kommt, dass die Südtiroler für ihren Fleiß, ihre Korrektheit und ihre offene Mentalität bekannt sind“.