Forschung

28 August 2018IDM

Erasmus für Forscher

Ausländische Forscherinnen und Forscher, die an einen Aufenthalt an einer Südtiroler Forschungseinrichtung denken, können sich auch auf finanzielle Anreize freuen

Von Eurac Research bis zur Freien Universität Bozen, vom Versuchszentrum Laimburg bis zum NOI Techpark, von Fraunhofer Italia bis zur KlimaHaus Agentur: Forschung wird in Südtirol groß geschrieben und das zeigt unter anderem die Dichte an Spitzen-Forschungseinrichtungen. Bei alpinen und grünen Technologien ist die nördlichste Provinz Italiens genauso führend wie in Bereichen wie Lebensmitteltechnologie oder ICT & Automation. Um die Internationalisierung des eigenen Know-hows weiter voranzutreiben, wird der Austausch von Forschern im Land und solchen aus anderen Ländern auch politisch gefördert. 880.000 Euro stellt das Land Südtirol in einer aktuellen Ausschreibung für den Zeitraum 2018 bis 2020 für Forschungsaufenthalte an Südtiroler Forschungseinrichtungen oder Auslandsaufenthalte von Südtiroler Forschern zur Verfügung. „Eine Art Südtiroler Erasmus-Programm für Forscher“, beschreibt Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher die Maßnahme, die in Form eines Wettbewerbs organisiert ist. Sie ist Teil einer Forschungsoffensive, mit der man in Südtirol darauf abzielt, das Innovationspotential der Provinz weiter zu stärken und bekannt zu machen sowie einem Brain-Drain, der Abwanderung der hellen Köpfe entgegenzuwirken.

Vor allem junge Forscher, die an lokalen Forschungseinrichtungen tätig sind, sollen damit ermutigt werden, ihr Wissen im Ausland zu erweitern und internationale Erfahrung zu sammeln. Großes Interesse besteht auch daran, brilliante Köpfe aus dem Ausland ins Land zu holen. Für Aufenthalte an einer Südtiroler Forschungseinrichtung für einen Zeitraum zwischen 6 und 24 Monaten sind dafür Zuschüsse zwischen 40.000 und 170.000 Euro vorgesehen, die direkt an die Forschungsinstitutionen gehen. Ausländische Forscherinnen und Forscher müssen als Voraussetzung dafür ein abgeschlossenes Forschungsdoktorat (PhD) oder ein gleichwertiges Doktoratsstudium und eine Forschungserfahrung von mindestens vier Jahren vorweisen. Das Forschungsdoktorat wird dabei eingerechnet. 

Südtiroler Forscher, die im Ausland forschen wollen, müssen zur Inanspruchnahme der Förderungen zusätzlich eine mindestens dreijährige Forschungstätigkeit in Südtirol und mindestens ein halbes Jahr in der beantragenden Forschungseinrichtung vorweisen und sich zusätzlich verpflichten, nach Abschluss des Auslandsaufenthalts zumindest ein Jahr nach Südtirol zurückzukehren. 

Die Ansuchen für Forschungsaufenthalte müssen bis zum 31. Oktober eingereicht werden. Weitere Details und Auflagen sind auf der Webseite der zuständigen Landesstelle, der Landesabteilung Innovation, Forschung und Universität, ersichtlich.