Food

18 Januar 2019IDM

Ein Labor für Forschung und Entwicklung, das die Lebensmittelbranche aufmischt

Im April 2019 geht das Kitchen Lab im NOI Techpark an den Start: eine Einrichtung für Unternehmen aus der Lebensmittelbranche, die Produkte entwickeln wollen

Ständige Veränderungen und Verbesserungen sind im Food-Bereich unerlässlich. Auch weil durch Innovation zum Beispiel Abfälle verhindert werden können. Dazu nur eine Zahl: Jährlich werden weltweit Lebensmittel im Wert von 750 Milliarden Euro (das Doppelte des italienischen BIP) weggeworfen.

Der Food-Sektor ist eines der Stärkefelder des NOI Techparks (zusammen mit Green, Alpine, Digital und Automation). Und für genau diesen Bereich wurde nun eine neue Einrichtung geschaffen, die Technologie und Lebensmittelherstellung miteinander verbindet. „Experimentieren, Entwickeln, Produzieren, Workshops“ liest man am Eingang des neuen Kitchen Lab. Hier werden in Zukunft Produktion und Innovation, Ideen und Praxis aufeinandertreffen und so Neues ermöglichen. Und zwar in einem Bereich, der sich in Südtirol ständig weiterentwickelt. Ein Beispiel dafür ist der neue Masterstudiengang in Food Sciences for Innovation and Authenticity, der von der Uni Bozen in Englisch angeboten wird und große Marken wie Barilla, Parmigiano Reggiano, Grana Padano, Loacker oder Despar  mit einbezieht.

Experten und Know-how

Das neue Kitchen Lab ist eine innovative Küche, in der Lebensmittelhersteller ihre neuen Produkte testen und entwickeln können. „Wir freuen uns sehr auf dieses neue Labor im Technologiepark“, sagt Ben Schneider, Leiter des Kitchen Lab.  „Die Einrichtung wurde für Start-ups und Unternehmen der Branche konzipiert, die so mit uns wachsen und neue Ideen entwickeln können.“ Wer das Labor nutzen will, kann in Zukunft die Dienstleistung über eine eigene Webseite buchen, die in Kürze aktiv sein wird. Im Kitchen Lab stehen den Betrieben eine Reihe von Hightech-Instrumenten zur Verfügung wie Vakuummixer, Räucherkammer oder ein spezieller 3-D-Drucker für Lebensmittel. Darüber hinaus stehen den Betrieben im Kitchen Lab Experten zur Seite, die sie Schritt für Schritt bei der Entwicklung ihrer Produkte begleiten. Das Kitchen Lab wird im April 2019 offiziell seine Tätigkeit aufnehmen. Wobei neben Unibz auch das Versuchszentrum Laimburg oder der Wirtschaftsverband Handwerk und Dienstleister (Lvh Apa), sowie der Südtiroler Bauernbung (SBB) ihre Expertise in das Projekt einbringen werden.

Die Küche 2.0

Das Labor ist in diverse Bereiche gegliedert. Vom technischen Bereich, in dem die Hightech-Instrumente untergebracht sind, geht es weiter zum eigentlichen Kochbereich samt Herd. Es gibt aber auch einen Workshopbereich mit drei mobilen Tischen, um das Labor in einen Wissens- und Denkraum umzufunktionieren. Ideal für Workshops, Seminare oder Produktpräsentationen. Eine echte Küche 2.0 also, in der Forschung und Innovation möglich sind.

„Wir wollen die Unternehmen bei jedem Schritt der Produktentwicklung begleiten, unabhängig davon, ob sie sich noch in einer Brainstormingphase befinden, ob sie bestimmte technologische Fragen beantworten wollen oder ob sie bereits eine konkrete Idee haben und diese für einen Testmarkt entwickeln möchten“, so Schneider. „Innovativ ist beim Kitchen Lab auch das Bestreben, alle Unternehmen der Lebensmittelbranche aus den Bereichen Gemüse, Obst, Fleisch und Getreide einzubeziehen.“