Green

23 Januar 2019IDM

Klimahouse zeigt die nachhaltige Zukunft

Fast 500 ausstellende Unternehmen und ein internationaler Preis für innovative Start-ups: Vom 23. bis 26. Januar findet in der Messe Bozen die internationale Fachmesse für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen statt

Ab dem heutigen Mittwoch wird Bozen für vier Tage zur Drehscheibe für nachhaltiges und intelligentes Bauen: Vom 23. bis 26. Januar trifft sich in der Landeshauptstadt Südtirols, das bereits als europäisches Klimaland anerkannt ist, die Branche zur Klimahouse 2019, der internationalen Fachmesse für energieeffizientes und nachhaltiges Bauen und Sanieren. Ein Spektakel, das fast 500 ausstellende Unternehmen und 25 innovative Start-ups sowie mehr als 35.000 Besucher in die Stadt bringen wird, darunter sowohl Experten auf diesem Gebiet als auch Laien. Alle vereint durch ein gemeinsames Interesse an „Smart City“, „Smart Materials“ und „Smart Buildings“. Denn wenn man über das Bauen spricht, kann der Begriff „smart“ zwar unterschiedlich interpretiert werden – doch er ist stets mit den Konzepten „green“ – oder „grün“ –, nachhaltig, klimaneutral verbunden. 

Wie das geht, hat der NOI Techpark in Bozen, der erste von der Natur inspirierte Wissenschaftspark, gezeigt, in dem mehrere Veranstaltungen der diesjährigen Klimahouse zu Gast sein werden. „Klimahouse 2019 soll ein Bezugspunkt für Architekten, Techniker und Anbieter der Branche sein, zugleich aber auch zu einem immer wichtigeren Anziehungspunkt für Nicht-Experten werden. Eine umfassende Veranstaltung mit einer klaren Botschaft: In Zukunft wird das Bedürfnis, nachhaltig zu leben und zu bauen, mit mehr Wohlbefinden – bezogen auf die Umgebung ebenso wie auf das Individuum und die Gemeinschaft – befriedigt“, betont Thomas Mur, Direktor der Messe Bozen. „Eine Herausforderung, die wir alle angehen müssen, indem wir uns von dem inspirieren lassen, was bereits im NOI – Nature of Innovation Park ausgezeichnet gemacht wurde, einer wahren Hochburg der Innovation im Herzen der Alpen, die Mensch, Natur und Innovation zusammenführt.“

Der Award für innovative Start-ups

So wird der Mensch, oder besser: „The Human Factor", zum Hauptdarsteller des Klimahouse Award 2019, einer Auszeichnung, um die 25 Start-ups aus Italien, Österreich, Deutschland und der Schweiz konkurrieren. Junge Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Realitäten und mit sehr unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen: von der Entwicklung von IoT-Lösungen zur Verbesserung von Sicherheit, Effizienz und Nachhaltigkeit bis hin zu modularen Dächern mit integrierten Solarpaneelen für Green Buildings, von Anstrichen, die das Sonnenlicht effektiv reflektieren und so eine Überhitzung von Gebäuden verhindern, über Isolierungen für Fensterbänke und recyclebarem und ökologisch nachhaltigem Mörtel bis hin zu Nullenergiehäusern. „Jedes dieser Unternehmen legt die Baubranche in einer einzigartigen und visionären Art und Weise aus, und liest Innovation als Impuls für einen positiven Wandel, der den Menschen und dessen Wohlbefinden immer stärker in den Mittelpunkt rückt. Eine Veränderung“, unterstreicht Luca Barbieri, wissenschaftliche Leiterin der Veranstaltung, „die mit dem Klimahouse Startup Award einen fruchtbaren Boden für Entwicklung und Wachstum findet, und die jungen ebenso wie bereits etablierten Unternehmern konkrete Möglichkeiten bietet.“

In diesem Sinne werden während der drei Tage im Startup Village und auf der Messe zahlreiche Meetings stattfinden, darunter die Business Card Party, die der Messe-Bozen-Coworking-Space StartBase beherbergen wird, und das große Startup-Award-Finale am Freitag, 25. Januar, das im NOI Techpark stattfinden und bei dem der Gewinner gekrönt werden wird. Insgesamt erwarten die Teilnehmer Preise und Dienstleistungen im Wert von 30.000 Euro. 

Eine der Neuigkeiten bei dieser dritten Auflage des Klimahouse Award: Es wird ein Publikumspreis vergeben, Besucher können auf der Messe für ihren Favoriten abstimmen. Neu ist auch ein von BIMobject gesponserter Preis. Den Sonderpreis der KlimaHaus Agentur Südtirol dagegen wird es auch in diesem Jahr wieder geben. Fachleute der Agentur werden während der vier Messetage kostenlose Beratungen über mögliche Lösungen für nachhaltiges Wohnen anbieten.

Weniger Zugluft, weniger Kosten

Denn nur wenige Menschen wissen, wie viele Wärmeverlustquellen es in einem Haus überhaupt gibt: 20 Prozent der Wärme entweichen durch das Dach, 25 Prozent durch die Wand, weitere 20 Prozent durch die Fenster. Die Entscheidung, seine eigene Wohnung nach energieeffizienten Kriterien zu renovieren oder ein neues Gebäude zu bauen, ist daher ein entscheidender Schritt, um die Energiekosten zu senken, die Umweltbelastung zu reduzieren und den Wohnkomfort zu verbessern. Aus diesem Grund ist das „Herz“ der Klimahouse 2019 das menschliche Wohlbefinden. „Das Haus war schon immer ein Synonym für ein Nest, einen geschützten Ort auf Erden. Es ist ein starkes existentielles Element, das den Menschen einbezieht und die Architektur von heute und vor allem von morgen zu einer ganzheitlichen Vision treibt", bestätigt Ute Oberrauch von der Architekturstiftung Südtirol.

Das bei Klimahouse ausstellende Unternehmen, das seine Fähigkeit zu Verbesserungen im Bereich Energieeffizienz im Gebäudesektor am besten unter Beweis stellt, wird daher von Messe Bozen und Politecnico di Milano (Technische Hochschule Mailand) mit dem Kimahouse Trend ausgezeichnet. Und um Innovationen zu fördern, die zu mehr Nachhaltigkeit in der Baubranche führen, können Unternehmen und Fachleute während der Fachmesse auch an verschiedenen Workshops im NOI Techpark teilnehmen und die Möglichkeiten des Ökosystems von Forschung und Innovation in Südtirol persönlich kennenlernen – vom Facade System Interactions Lab, der Infrastruktur zur Untersuchung der Interaktion zwischen Fassadensystemen und Raumklima, über Solare PV Lab, den Sonnensimulator für Fotovoltaikmodule, bis hin zum terraXcube, dem Extremklimasimulator.

Kostenlose öffentliche Verkehrsmittel für Messebesucher

„Das eigene Zuhause zu sanieren, bedeutet, Vorteile zu schaffen, die von der Erfüllung der persönlichen Bedürfnisse ausgehen und bis hin zu einer breiteren Dimension reichen, die mit dem gesamten Umfeld zu tun hat, in dem wir leben. Es ist daher gut, sich gründlich darüber zu informieren, und eine umfassende Analyse mit Blick auf die Zukunft durchzuführen. Und genau das bringt die Messe allen Teilnehmern ‚als Geschenk‘", kündigt Ulrich Santa, Direktor der KlimaHaus Agentur, an. Deshalb können während der Klimahouse 2019 diejenigen, die möchten, ein KlimaHaus betreten, um persönlich zu testen, was es bedeutet, in einer nachhaltigen und intelligenten Umgebung zu leben. 

Um dieses Thema wird sich auch der internationale Kongress drehen, an dem hochkarätige Redner teilnehmen werden, darunter Thomas Rau, Architekt und Visionär der Kreislaufwirtschaft, Gideon Maasland, einer der Projektanten des revolutionären Valley in Amsterdam, ein von drei  begrünten Wohntürmen geprägtes Projekt, Federico Testa, Präsident der nationalen Energieagentur ENEA, und Amanda Sturgeon, CEO des International Living Future Institute (das den Startup Award gemeinsam mit Messe Bozen und dem NOI Techpark fördert) und Ideatorin eines US-Zertifizierungsprotokolls für Häuser, die sich selbst regenerieren. Mit den Referenten wird darüber diskutiert werden, wie „Smart Cities“, „Smart Materials“ und „Smart Buildings“ zwangsläufig Hand in Hand gehen müssen, um eine neue Kultur des Lebens und des Planens voranzubringen. Eine Kultur, die jeden Bereich der Gesellschaft umfassen muss – einschließlich der Mobilität, die für eine integrierte und nachhaltige Entwicklung immer wichtiger wird. 

Das zeigt auch das Beispiel Südtirol, das beim Thema „Green Mobility“ seit jeher an der Spitze steht. Auch deshalb wird während der Klimahouse 2019 der Kongress Klimamobility stattfinden, bei dem zudem die Möglichkeit besteht, Elektro-und Wasserstoffautos Probe zu fahren. Und schließlich gelten online erworbene Messeeintrittskarten auch als Fahrscheine für die An- und Abreise zum bzw. vom Bozner Messegelände mit Bus und Bahn – ein erster Testlauf für das sogenannte „Kombiticket“.