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27 Juli 2018IDM

Südtirols neuer Automotive-Techpark bringt Forschung und Wirtschaft zusammen

26 Millionen Euro werden in den NOI Techpark Bruneck investiert. Bis Mitte 2021 soll er fertiggestellt sein. Das Siegerprojekt für den Bau des neuen Innovationspols wurde mit einem europaweiten Architekturwettbewerb ermittelt

Innovation und Forschung der Spitzenklasse auf 4.500 m² Fläche, mitten im Herzen des Pustertals. Mit dem in Bruneck entstehenden Technologiepark, dem NOI Techpark Bruneck, soll das pulsierende Zentrum der Südtiroler Automobil-Zulieferindustrie — schon heute gilt die Region als das „Motor Valley“ der Alpen — noch weiter ausgebaut und gestärkt werden. Und zwar durch den regen Austausch und die enge Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen der Branche und führenden Forschungseinrichtungen, unter anderem die Freie Universität Bozen, welche im neuen Automotive-Technologiepark ein Zentrum für die duale universitäre Ausbildungeinrichten will. Nicht ohne Grund soll gerade in Südtirol ein Kompetenzzentrum für den Automotive-Sektor entstehen: „Die Automotive-Branche ist eines der Zugpferde der heimischen Wirtschaft“, erklärt Hansi Pichler, Präsident von IDM Südtirol — IDM wird den Techpark in Bruneck, wie auch jenen in Bozen, als Betreibergesellschaft führen. „In einem von drei Autos weltweit ist Technologie aus Südtirol verbaut und unsere Unternehmen in der Automobil-Zulieferindustrie sind für mehr als die Hälfte der regionalen Exporte verantwortlich. Angesiedelt wird der Techpark hier in Bruneck, im Herzen des Pustertals, weil hier die Südtiroler Automobilbranche stark konzentriert ist“, so weiter Pichler.

Ganze 26 Millionen Euro — ein wesentlicher Teil wird über den nationalen Wirtschaftsentwicklungs­fonds FSC finanziert — will die Provinz in das 2020 startende Bauvorhaben stecken. Seit Kurzem steht nun auch fest, wer die Planung für das ambitionierte Projekt übernehmen wird: Das Architekturbüro Kerschbaumer Pichler & Partner aus Brixen konnte sich beim Planungswettbewerb zum Bau des NOI Techpark Bruneck vor zehn Mitbewerbern den ersten Platz sichern. Die elf Teilnehmer waren zuvor in einem EU-weit ausgeschriebenen Verfahren aus insgesamt 40 Bewerbern ausgewählt worden. Der NOI Techpark Bruneck wird Teil des Südtiroler Technologieparks, der seit letztem Jahr in Bozen in Betrieb ist.

Antwort auf die Herausforderungen der Branche

Überaus positiv sehen vor allem auch die lokalen Automobilzulieferer die Entstehung des Automotive-Technologieparks: „Der Hauptzweck des NOI Techpark Bruneck besteht darin, Unternehmen und Arbeitsplätze im Automotive-Sektor im Pustertal für die Zukunft abzusichern, da in dieser Industrie derzeit bahnbrechende Revolutionen und Neuerungen geschehen, von der E-Mobilität bis hin zur Digitalisierung“, erklärte Klaus Mutschlechner, Geschäftsführer des Unternehmens Intercable und Präsident des Netzwerks Automotive Excellence Südtirol, und betonte weiter: „Der Technologiepark Bruneck mit Schwerpunkt Automotive ist eine konkrete Antwort auf die Notwendigkeit, einen Treffpunkt und Multiplikator für Klein- und Großbetriebe, Universität, Südtiroler Jugendliche, aber auch internationale Stakeholder und Talente zu realisieren.“ 

Raum für Wirtschaft, Universität und Bürger

Wesentlicher Partner des neuen Technologiepols in Bruneck wird die Freie Universität Bozen sein. Vorgesehen ist die Einrichtung eines Zentrums für die duale universitäre Ausbildung. Junge Talente werden die Möglichkeit haben, berufsbegleitend einen Bachelorabschluss im Ingenieurstudiengang „Automation in Industrie- und Maschineningenieurwesen“ abzuschließen, wie der Direktor der Universität, Günther Mathà, betonte. Auch den Lehrgang für Tourismusmanagement und Sport- und Eventmanagement wird die Universität im Technologiepark in Bruneck anbieten.

Der NOI Techpark Bruneck, betonte BLS-Direktor Ulrich Stofner, werde im Dienst der gesamten Südtiroler Wirtschaft und der Allgemeinheit stehen. Genauso wie der Bozner Techpark soll der NOI Bruneck auch von den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt genutzt werden: „Das Gebäude wird einen Veranstaltungsbereich beinhalten, der auch der Gemeinde Bruneck zur Verfügung steht“, so der Bürgermeister von Bruneck, Roland Griessmair. Zudem werden rund 470 Parkplätze für Anrainer und Besucher entstehen. 

EU-weiter Architekturwettbewerb: Siegerprojekt aus Brixen

Anforderungen, die vom Siegerprojekt des europaweiten Architekturwettbewerbs berücksichtigt und gekonnt umgesetzt wurden. Das Projekt des Brixner Architekturbüros Kerschbaumer Pichler & Partner zum Bau des NOI Techpark in Bruneck sei „eine überzeugende Antwort auf die Wettbewerbsaufgabe“, befand die Wettbewerbsjury unter der Leitung von Martin Vallazza (Business Location Südtirol). Weiter heißt es in der Begründung zum Siegerprojekt: „Die Transparenz der Fassade des Hauptgebäudes ist für eine Technik- und Bildungsinstitution angemessen. Die Baukörper werden gut in den städtischen Kontext eingewoben und schaffen interessante Durchblicke. Das Hauptgebäude ist auch bezüglich der Hauptsichtachsen von Altstadt und Bahnhof optimal positioniert.“ Entstehen soll der NOI Techpark auf dem Gelände des derzeitigen Busbahnhofs von Bruneck, der in das neu entstehende Mobilitätszentrum Bruneck verlegt wird. Die BLS als Bauherr wird nun zügig die Planung des Technologieparks einleiten. Bis Mitte 2021 soll der Bau abgeschlossen sein.