Innovationen

4 Dezember 2017IDM

IDM stellt NOI Techpark Schweizer Unternehmen vor: „Neue Perspektiven“

Wenn es in Europa ein Mekka für Technologie gibt, dann ist es die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) in Zürich. Ausgerechnet diese Location hat IDM Südtirol für den ersten Auslandsauftritt des NOI Techpark ausgesucht. „Es war ein gewagter Versuch“, sagt Petra Seppi, Leiterin der Abteilung Business Location bei IDM, „wir können aber sagen: er eröffnet uns neue Perspektiven“.

Mit dem Auftritt an der ETH in Zürich hat sich IDM Südtirol die Latte hoch gelegt: „Die ETH ist die Hochburg der technischen Forschung und Lehre in Europa, eine Einrichtung, von der wir sehr viel lernen können“, so Seppi. Gerade in der Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sei die Schweiz Südtirol um einen ganzen Schritt voraus: „Die Unternehmen wissen, was sie sich von der Forschung erwarten können, und sind bereit, Geld und Personal zu investieren“, erklärt die Standortmarketing-Expertin.

NOI Techpark eine Bühne schaffen

Was war also der Grund, den NOI Techpark gerade den technologisch fortschrittlichsten Playern in Europa vorzustellen? „Die Eröffnung unseres Technologieparks hat in Italien für großes mediales Echo gesorgt, die Reaktionen waren durchwegs positiv“, so Seppi. Anders im deutschsprachigen Ausland: dort hat der NOI Techpark bisher kaum Wellen geschlagen. Der Grund dafür ist einfach: „Technologieparks sind in der Schweiz, in Deutschland oder Österreich Normalität, es ist kein großes Ereignis, wenn ein weiterer eröffnet wird.“

Um Schweizer Technologieunternehmen den Bozner Technologiepol trotzdem schmackhaft zu machen, hat IDM beim Auftritt in Zürich auf Schützenhilfe gesetzt. So waren Vertreter von Huawei an der ETH dabei, um den Schweizer Unternehmern die Hintergründe ihrer Entscheidung für Bozen zu erläutern. Der chinesische Technologieriese hat eine Forschungs- und Entwicklungstochter im NOI Techpark angesiedelt und ist damit eines der Aushängeschilder des neuen Technologiepols in Bozen Süd. Dort stehen Entwicklern, Start-ups und Forschungsinstituten nicht weniger als 190.000 Kubikmeter Raum zur Verfügung, der schon zu 90 Prozent ausgebucht ist. Allerdings sieht das Konzept ein modulares Wachstum des Techparks vor: je nach Nachfrage kann der NOI Techpark auf mehr als das Dreifache der heutigen Größe ausgebaut werden.

„Grüne“ Forschung und Entwicklung

Schützenhilfe gab’s in Zürich auch von Thimus, einem Start-up, das die Neurowissenschaften für die Entwicklung und das Marketing von Naturprodukten nutzt. Thimus erläuterte den Schweizer Unternehmen nicht nur seinen neuen wissenschaftlichen Ansatz, sondern vor allem auch den Grund, warum man vor eineinhalb Jahren von Brescia nach Bozen übersiedelt war: Für das Unternehmen und seinen Fokus auf die Natur sei Südtirol ein idealer Standort, hieß es von Thimus. Kein Wunder, ist die „grüne“ Ausrichtung im NOI – das Kürzel steht für „Nature of Innovation“ – doch ein Kernansatz. So wird im Techpark in Bozen Süd nicht quer durchs Gemüsebeet geforscht, sondern in vier Schwerpunktbereichen: alpine Technologien, erneuerbare Energie und Energieeffizienz, Lebensmitteltechnologie sowie ICT & Automation.

Interesse mehrerer Schweizer Unternehmen

Die Argumente des NOI Techpark scheinen in jedem Fall auch in Zürich gepunktet zu haben: „Gleich mehrere Unternehmen haben Interesse am Techpark und an Südtirol bekundet, für sie werden wir nun Kontakte zu geeigneten Partnern und Forschungseinrichtungen im Land knüpfen“, erklärt Seppi. Als Beispiel führt sie ein Schweizer Unternehmen aus dem Bereich der Medizintechnologie an, das mit Südtiroler Hilfe eine Technologie für die Rehabilitation von MS- oder Schlaganfallpatienten sowie für das Training von Leistungssportlern auf den Markt bringen möchte. „Die Hardware ist schon entwickelt, nun will man aber vor der Markteinführung umfassend am Design arbeiten und da scheint Südtirol dem Unternehmen der richtige Ansprechpartner“, erklärt die IDM-Expertin.

Auch dieser Fokus kommt nicht von ungefähr. Schließlich ist im NOI Techpark auch die Fakultät für Design der Freien Universität Bozen angesiedelt, mit der man die Schweizer Firma nun kurzschließen wird. „Es ist auch hier die Mischung zwischen Know-how, deutscher Mentalität und italienischer Kreativität, die für Südtirol und speziell für den NOI Techpark sprechen“, so Seppi.