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31 Oktober 2018IDM

Von Big Data bis zur virtuellen Realität: So entsteht nachhaltige Innovation in der Euregio

Start-up-Festival im NOI Techpark – Treffpunkt für Unternehmen aus Südtirol, Nordtirol und dem Trentino

Nach einer ersten Auflage in Innsbruck hat das Euregio Startup Festival nun auch Bozen und den NOI Techpark erreicht. Damit bestätigt der Bozner Technologiepark seine Rolle als Anziehungspunkt für innovative Unternehmen aus der Makroregion Alpen. Insgesamt 35 Start-ups haben sich an der zweiten Auflage des Festivals beteiligt. Ziel der Veranstaltung, die von der Europäischen Union und dem Kooperationsprogramm Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020 mitgetragen wird, ist die Entstehung eines effizienten, nachhaltigen und vor allem innovativen Ökosystems, das Betriebe aus Südtirol, Nordtirol und dem Trentino vereint. „Ein ehrgeiziges Projekt, das heute mehr denn je notwendig und weitsichtig erscheint“, bestätigt Christian Baudis. Der Unternehmer und ehemalige CEO von Google Deutschland war, gemeinsam mit Charles Flükiger, Gründer und CEO von Inn:spire, Keynote Speaker beim Festival. „Ein Start-up, das erfolgreich sein will, muss von einer einfachen, skalierbaren und finanzierbaren Idee ausgehen. In Europa haben wir zwar Ideen, die die beiden ersten Voraussetzungen erfüllen, es fehlt aber am Risikokapital.“ Das Ergebnis sei eine gefährliche Sandwich-Position zwischen den innovativen Kräften Amerikas und Asiens, so Baudis. „Initiativen wie das Euregio Startup Festival und Einrichtungen wie der NOI Techpark sind fantastisch, weil sie Start-ups ermöglichen, sich zu vernetzen und leichter an Finanzierungen heranzukommen.“

Das Gründerzentrum im NOI Techpark

Um das Wachstum des Sektors zu fördern, ist im NOI Techpark ein Business Incubator angesiedelt, der auf 20-jährige Erfahrung zurückgreifen kann und spezifische Dienstleistungen anbietet. So finden angehende Gründer im Idea Space die idealen Rahmenbedingungen, um ihr Start-up schnell und effizient zu planen und aufzubauen. Im Maker Space hingegen stehen den Unternehmen Hightech-Geräte zur Verfügung, um Prototypen oder Einzelstücke zu fertigen. „Wir begleiten, coachen und unterstützen Start-ups bei der Suche nach Partnern und Investoren, beim Erstellen eines Finanzierungs- und Entwicklungsplanes“, sagt Petra Gratl, Leiterin des Business Incubator. „Wir wollen aber auch und vor allem ein Netzwerk innovativer Betriebe schaffen. Im vergangenen Jahr ist die Community der innovativen Unternehmensgründer gewachsen. Und sie wird in Zukunft noch stärker werden. Auch deshalb sind wir besonders stolz darauf, dass die zweite Auflage des Euregio Start-up-Festivals im NOI Techpark stattgefunden hat.“

Ein interregionales Netzwerk

Im Rahmen der Veranstaltung hatten die teilnehmenden Unternehmer die Möglichkeit, die eigene Geschäftsidee und die Erfahrung als Gründer im Rahmen von 15-minütigen „Mini Talks“ vorzustellen. „Ich war so genannten Gründerzentren gegenüber immer recht skeptisch“, sagt Matteo Biasi, CEO von FlashBeingDie Plattform hilft Betrieben und Privatpersonen bei der Organisation der eigenen Arbeit und fördert somit deren Produktivität. „Seit wir in den NOI eingezogen sind, hat sich meine Meinung jedoch geändert. Hier wurde unser Unternehmen in seiner Weiterentwicklung konkret unterstützt. Hier haben wir aber auch ein Netzwerk aufgebaut, das sicherlich noch ausbaufähig ist, da sich die führenden Betriebe der Branche zunehmend dem Technologiepark in Bozen zuwenden.“ 

Derselben Meinung ist auch Hannes Lösch von Limendo, ein Start-up, das sich auf die Digitalisierung und Innovation von Geschäftsmodellen spezialisiert hat: „Im NOI Techpark zu sein bedeutet, auf Dienstleistungen zugreifen zu können, die gerade für Unternehmensgründer sehr nützlich sind. Veranstaltungen wie das Euregio Start-up-Festival sind ein weiterer Pluspunkt, denn sie schaffen Zugang zu einem echten, interregionalen Netzwerk.“

Am Festival haben sich aber auch noch viele weitere Start-ups beteiligt: Von Datatellers, das Big Data-Technologien und Künstliche Intelligenz auf Prozesse und Systeme großer und mittelständischer Unternehmen anwendet, über Functional Gums, ein Unternehmen, das funktionelle Kaugummis entwickelt – darunter auch „Drive Gum“, einen mit Koffein angereicherten Kaugummi für Fahrer, bis hin zu Realerdas innovative Lösungen im Bereich der erweiterten und virtuellen Realität anbietet, oder Tooly.tips, das erste internationale Software-Portal für die Hotellerie. Dazu gesellten sich der Laufsteg von Cora Happywear, einem nachhaltigen Mode-Start-up für Mütter und Kinder, und die Küche des Kitchen Lab im NOI Techpark. Hier können Lebensmittelunternehmen mit neuen Rezepten experimentieren und neue Produkte kreieren.