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10 August 2018IDM

Survival-Kit für Startupper: Tal Catran motiviert bei AdventureX

Ratschläge eines Start-up-Gurus für junge Innovative: Was Tal Catran den Südtiroler Teilnehmern des Gründerwettbewerbs AdventureX mit auf ihren Weg gibt

Er hat vielen Start-ups den entscheidenden Turbo verpasst – und sieht es dennoch als eine seiner Missionen, innovativen Jungunternehmern die Angst vor dem Scheitern zu nehmen. Tal Catran, internationaler Keynote Speaker, TEDx Tech-Sprecher, Angel Investor, Vorstandsvorsitzender und Mitglied zahlreicher internationaler Advisory Boards, hat selbst sieben Accelerators gegründet und betreut weltweit zehn weitere Strukturen, in denen der Wachstumsprozess von Start-ups in der Frühphase durch nachhaltiges Coaching und Know-how-Transfer gepusht wird. Im NOI Techpark gab der Israeli den Teilnehmern des Euregio-Geschäftsmodellwettbewerbs adventure X sein enormes Know-how in kondensierter Form mit: Fünf Ratschläge, mit denen Startupper – O-Ton Tal Catran –„vom Level der kompletten Pleite zu jenem erster kleiner Erfolge aufsteigen können.“  Es reicht, vorerst einmal von „ungenügend“ auf „genügend“ zu kommen – denn zum nachhaltigen Erfolg führt ein weiter und steiniger Weg, bringt es der Start-up-Guru auf den Punkt. Und der kann durchaus über die eine oder andere Pleite führen, gibt Tal Catran in seinem ersten und fast wichtigsten Ratschlag mit. 

1. Keine Angst vor dem Scheitern 

Was für europäische Ohren oftmals noch falsch klingt, ist in den USA oder Catrans Heimat Israel fast schon eine allgemein anerkannte Weisheit: Unternehmerisches Scheitern kann in vielen Fällen ein wichtiger Grundstein für unternehmerischen Erfolg sein. „Ich werde nicht müde, Jungunternehmer dazu zu ermutigen, sich nicht zu viele Sorgen vor einer Pleite ihrer Unternehmensidee zu machen“, sagt Tal Catran. Denn der Prozess des Scheiterns berge ein enormes Potential, um zu lernen, um Erfahrungen zu sammeln, die beim nächsten Anlauf den entscheidenden Erfolgsfaktor stellen können. Viele Investoren würden Startupper deshalb genau nach solchen Erfahrungen fragen und sie vielfach positiv statt negativ bewerten. „Denn alle, die das erlebt haben, die gefallen und wieder aufgestanden sind, sind am Ende andere Menschen“, sagt der Start-up-Experte. 

2. Work hard

Ein hoher Einsatz ist nicht nur bei der eigenen Risikobereitschaft gefragt: „Work hard“, ist ein weiteres Leitmotiv, ohne das selbst die innovativste Idee wenig Chancen auf Realisierung haben wird, predigt Tal Catran. Denn als Unternehmer habe man in gewisser Weise die gesamte Welt gegen sich. „Wen immer du triffst, er ist intelligenter, reicher oder kompetenter als Du“, heizte er den Jungunternehmern im NOI Techpark ein. Gerade deshalb gelte es als Unternehmer, hart zu arbeiten und so wenig wie möglich zu sprechen. Eine große Klappe mit wenig Substanz dahinter führt ganz sicher nicht zum Erfolg, warnt Catran. Im Gegenteil: Viel mehr Interesse erwecke man, indem man nur anklingen lasse, etwas in der Hand zu haben.   

3. Dream-Team

Ausschlaggebend für ein Start-up ist in jedem Fall auch das richtige Team. Dass es die nötige Kompetenz aufweisen muss, versteht sich von selbst. Interessant ist aber ein weiterer Tipp des Accelerator-Gurus: Beginnt klein! „Um zu starten, reicht es zu zweit zu sein“, legt Tal Catran nahe. Sein Dream-Team? Ein CEO (Chief Excutive Officer), mit Vision und klaren Strategien, der gut vermarkten und Geld aufstellen kann, sowie ein CTO (Chief Technology Officer), der imstande ist, die technologische Seite abzudecken. 

4. Masse statt Nische 

So genial eine Lösung sein mag, die Startupper gefunden haben: Wichtig ist laut Catran, sich zu versichern, dass dafür ein ausreichend großer Markt vorhanden ist. „Sucht Lösungen für Probleme, die weit verbreitet sind, und nicht nur euch und eure Freunde betreffen“, rät der Experte angehenden Unternehmern.  Je verbreiteter ein Phänomen ist, desto größer die Chance, darauf eine erfolgreiche Antwort zu finden, so sein Leitsatz. 

5. Nicht nur nehmen, sondern auch geben

Wer viel nimmt, sollte nicht vergessen, es irgendwann wieder zurückzugeben: Ein schönes Motto, das der israelische Profi im NOI Techpark keineswegs nur aus finanzieller Perspektive mitgab. „Denkt daran, wie ihr eure Ziele erreicht, aber überlegt auch, was Ihr danach für die Gemeinschaft, für die Gesellschaft machen könntet“, ermutigte Catran. Die eigenen Erfahrungen weitergeben, anderen Start-ups mit Know-how weiterhelfen, einen Beitrag für Accelerators oder Inkubatoren wie den NOI Techpark liefern – es gibt viele Wege, all das, was ein Startupper an Hilfe, Unterstützung und Mentoring erhalten hat, an andere weiterzureichen, sagt Tal Catran. „Egoismus führt uns nirgends hin, deshalb übt euch darin, zurückzugeben“, so sein Plädoyer. Sich austauschen und gegenseitig voranbringen – auch das gehört zur DNA von erfolgreichen Start-ups.