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18 Oktober 2017IDM

Der Innovation die Sporen geben: Start-ups am Meraner Pferderennplatz

In ungewöhnlicher Umgebung können Meraner Start-ups künftig ihre Ideen entfalten und entwickeln. Für sie stehen bald schon 2000 Quadratmeter Bürofläche unter den Tribünen des Untermaiser Pferderennplatzes zur Verfügung.

Mit der Zeit zu gehen, liegt der Kurstadt Meran im Blut. Das beweist auch die Entwicklung am Pferderennplatz in Untermais, einem der größten und schönsten seiner Art in Europa. Wo sich in den großen Zeiten des Pferdesports Menschentrauben an Bar und Wettschaltern bildeten, stehen nun Räumlichkeiten leer, die anderweitig genutzt werden können. Für die Meraner Stadtverwaltung war auch bald klar, wie: für die Innovation, die in der Kurstadt immer mehr ungewöhnliche Plätze besetzt. So hat die Stadt bereits mit einem Coworking-Space im Freibad von Schenna aufhorchen lassen.

Coworking, Business-Inkubatoren, Beratung und Betreuung für aufstrebende Unternehmen, Unterstützung junger Talente: mit all diesen Maßnahmen pusht Südtirol seinen ohnehin bereits dynamischen, von Tourismus, Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen angetriebenen Wirtschaftsmotor. Der bekommt dieser Tage zusätzlich ganz neuen Schub, und zwar durch die Eröffnung des NOI Techpark in Bozen Süd, in dem Natur und Technik, Tradition und Innovation verzahnt werden.

Ähnliches – nur in kleinerem Rahmen – geschieht auch am Untermaiser Pferderennplatz. Dort geht die Stadtverwaltung daran, 2000 Quadratmeter leerstehende Fläche in Büros für junge, kreative Unternehmerinnen und Unternehmer zu verwandeln. Das Gründerzentrum der etwas anderen Art bietet voll eingerichtete Arbeitsplätze zu günstigen Mieten, dazu Beratung und Förderung, damit die Start-ups auf solide Beine gestellt werden können. „Der große Andrang bei Startbase Meran zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben“, sagt dann auch Bürgermeister Paul Rösch, der weiß: „Eine größere Struktur ins Auge zu fassen, ist der logisch nächste Schritt.“ Erwünschte Nebenwirkung: Der Pferderennplatz wird verstärkt ins Leben der Stadt eingewoben.

Dass die Wahl auf die leerstehenden Räume unter der Rennplatz-Tribüne gefallen ist, hat aber auch noch einen zweiten, durchaus nachvollziehbaren Grund: „Statt für teures Geld neue Räumlichkeiten anzukaufen, investieren wir lieber in unsere eigenen Immobilien“, erklärt der für Innovation zuständige Meraner Stadtrat Diego Zanella. Die Räume werden nun mit einem Kostenaufwand von 1,2 Millionen Euro von der Stadtverwaltung saniert, wobei das notwendige Projekt gemeindeintern ausgearbeitet wird, bevor die Arbeiten beginnen können.

Die Stadtverwaltung hat zudem eine Zertifizierung ihres neuesten Inkubators vor Augen. „Dadurch ergeben sich eine Reihe von finanziellen und rechtlichen Vorteilen“, erklärt Zanella. Darüber hinaus sei es mit der Zertifizierung leichter, die Verwaltung des Zentrums nach den ersten Jahren mit öffentlicher Unterstützung einem Privaten zu übergeben, sollte dies gewünscht sein.

Startbase war demnach ein erster Schritt, der Inkubator am Pferderennplatz ist ein zweiter, bei dem die Stadtverwaltung von Meran wieder eng mit IDM Südtirol zusammenarbeitet. Darüber hinaus wird auch der Austausch mit dem NOI Techpark und nach Synergien gesucht, die es zu nutzen gilt. Zanella nennt als Beispiele das EFRE-Projekt Mestech (MErano Smart TECH Community), im Rahmen dessen Meraner Jungunternehmen in den Bereichen Umwelt und Energie mit 600.000 Euro unterstützt werden, sowie das Innovationszentrum „Alperia Research“, das der Südtiroler Energiekonzern in den kommenden Jahren in Meran aufbauen wird.