Sport

27 Dezember 2017IDM

Dem Mythos Saslong auf der Spur

60 Meter weite Flüge, fünf Meter Luftstand: Schon den Zuschauern stockt der Atem, wenn die besten Abfahrer der Welt die Kamelbuckel unter die Skier nehmen. So manchem Athleten übrigens auch. Hier an den Kamelbuckeln schlägt das Herz der Saslong. Und auf der Saslong das Herz Grödens.

Wer mit Geschwindigkeiten bis zu 130 Stundenkilometern eine Piste hinunterrast, hat kein Auge für die Schönheit der verschneiten Wälder rundherum, kein Auge für den Langkofel, einen der markantesten Gipfel der Dolomiten. Er hat auch kein Auge für die tausenden Zuschauer, die die Saslong säumen – Jahr für Jahr. Sein Blick ist nur auf die Piste gerichtet, die ein Klassiker im alpinen Skiweltcup ist, ein vorweihnachtliches Must für jeden Skifahrer und Skifan.

Ein Mythos wird 50

In diesem Jahr hat die Saslong Geburtstag gefeiert, einen runden noch dazu: Seit 50 Jahren gibt es diese Piste, die 1967 eröffnet wurde. Ein Skifahrertraum, der sich über 900 Höhenmeter hinab bis Wolkenstein zieht und heute ein Mythos ist. Nicht mehr und nicht weniger. Übrigens: Bis 1980 haben die Fahrer die Kamelbuckel, diese Serie von drei imposanten Sprüngen, noch respektvoll umfahren, bis sich der Tiroler Uli Spiess ein Herz gefasst hat. Seine Überlegung: Die Buckel müsste man doch auf direkter Linie überspringen und so eine ganze Menge Weg und Zeit sparen können. Seitdem wird auf der Saslong auch geflogen.

Innovation ist auch das: neue Wege gehen, im wahrsten Sinne des Wortes, den direkten Weg wählen, wo andere einen Bogen machen, den Mut haben, eine neue Richtung einzuschlagen, weil die Entwicklung eine solche zulässt: die technische und die eigene.

So verwundert es auch nicht, dass IDM Südtirol den 50. Geburtstag dazu genutzt hat, die Saslong in den Mittelpunkt eines Innovations-Events namens „Vertical Snow“ zu stellen. Los ging’s in Bozen, wo seit einigen Wochen der NOI Techpark angelaufen ist. Ihm, dem neuen Herzstück Südtiroler Innovation, der neuen Heimstatt von Forschungsinstituten, Start-ups und Entwicklungsabteilungen, dem neuen Zentrum der Entwicklung in Sachen Green Tech, Food, Automation und Alpine Technologies konnten die geladenen Unternehmer aus Deutschland, Italien und der Schweiz zuallererst einen Besuch abstatten, bevor es nach Gröden weiterging.

Mit Promis auf der Piste

Dem gemütlichen Startschuss mit einem Aperitif auf dem Weihnachtsmarkt in Wolkenstein folgte dort ein sportliches Programm auf der Piste – bei dichtem Schneefall und in prominenter Begleitung. Isolde Kostner, zweifache Super-G-Weltmeisterin und Siegerin von nicht weniger als 15 Weltcup-Abfahrten und -Super-Gs, nahm sich ebenso Zeit für Tipps auf der Piste, wie Karl Mussner, Trainer im italienischen Nationalteam. Neben den Skicracks hatten sich zudem weitere prominente Namen zum „Vertical Snow“-Team gesellt: Partner und Kunden von SAP Business One, dem offiziellen Sponsor der Weltcuprennen in Gröden, und Nicola Rizzoli, der sich auf ungewohntem Terrain wiederfand. Schließlich ist Rizzoli als Chef der italienischen Serie-A-Schiedsrichter eher auf dem grünen Rasen daheim, auf dem er auch schon das Weltmeisterschaftsfinale 2014 zwischen Deutschland und Argentinien gepfiffen hat.

Und weil nun einmal die Innovation im Mittelpunkt von „Vertical Snow“ stand, konnten ganz nebenbei die neuesten Entwicklungen in Sachen Aufstiegsanlagen unter die Lupe genommen werden. Die neue Umlaufbahn auf den Piz Seteur etwa, das Aushängeschild von Leitner Ropeways: zehn beheizbare Ledersessel, Design von Pininfarina, enorme Förderkapazität – auf Grödens Pisten trifft Komfort auf Effizienz. Das konnte auch Adriano Ceccherini erfahren, General Business Director von SAP Italien: „Die Saslong hat eine lange Geschichte, die von Leidenschaft und Unternehmergeist geprägt ist, von der Kombination aus Tradition und Innovation“, so Ceccherini. „Das sind Eigenschaften, die wir auch von unseren Partnern und den Unternehmen kennen, die sich für SAP Business One entscheiden, Unternehmen, die oft eine lange Geschichte hinter sich haben, sich aber nicht auf den Lorbeeren ausruhen.“ Sport trifft Business, also, auch in Kopf und Herz: „Es war ein unvergessliches Erlebnis, das wir mit unseren Partnern, Kunden und dem Team teilen konnten, mit dem wir unseren täglichen Kampf um Innovation in der Wirtschaft angehen.“ Sagt es und gleitet am Rand der Saslong hinab, um den Super-G und den Sensationssieg des Deutschen Josef Ferstl hautnah an den Kamelbuckeln zu verfolgen…

Große Namen, große Feier

„Sport trifft Business“ hieß es für die „Vertical Snow“-Teilnehmer auch am Abend zwischen den beiden Weltcuprennen auf der Saslong. Bei der Saslong-Geburtstagfeier in der eleganten SAP Business One-Saslounge war alles zugegen, was in der Welt des Skisports und in der (nicht nur) Südtiroler Wirtschaftswelt zählt. Live auf den Kanälen der RAI übertragen, stand bei der Geburtstagsfeier Folklore ebenso auf dem Programm wie Musik des Grödner Disco-Pioniers Giorgio Moroder – einmal anders interpretiert von den Mezzosopranen Erika Mussner und Sabina Willeit. Und zudem ein Stelldichein der Skicracks, die die Geschichte der Saslong geschrieben haben: Franz Klammer, Michael Walchhofer, Harti Weirather, Stephan Eberharter, Karl Schranz, Werner Heel, Aksel Lund Svindal, Uli Spiess, Bernhard Russi, Gustav Thöni, Herbert Plank oder Pirmin Zurbriggen.

Neben so großen Namen musste – im wahrsten Sinne des Wortes – Großes aufgefahren werden, um auch die technische Entwicklung auf der Saslong (und mit ihr auf den Pisten der Welt) sichtbar zu machen: die Pistenraupen von Prinoth etwa, Pionierunternehmen mit Grödner Wurzeln, das heute Teil der Sterzinger Leitner-Gruppe ist. Innovation auf der Piste? Das ist eben auch die Entwicklung von den ersten Raupen in der Größe eines Kleinwagens bis zu den High-Tech-Pistengiganten heutiger Tage.

…und zum Schluss auch noch die Sonne

Nach Winterwetter par excellence hatte zum Abschluss von „Vertical snow“ auch noch der Wettergott ein Einsehen. Bei Sonne und strahlend blauem Himmel konnten die skifahrenden Unternehmer noch einmal erleben, wie es ist, das Herz des UNESCO-Welterbes Dolomiten auf Skiern zu erkunden. Dank hunderter Pistenkilometer und modernster (sogar unterirdischer!) Aufstiegsanlagen kann der Sellastock umrundet werden, ohne je die Skier abschnallen zu müssen. Außer natürlich dann, wenn man in eine der zahlreichen Hütten einkehrt, um ein Glas Champagner und frischen Fisch zu genießen. Ja, auch das…

Den Schlusspunkt der Saslong Experience setzte schließlich die Weltcupabfahrt am Samstag, die von der SAP Business One-Saslounge aus verfolgt wurde. In Gesellschaft von Vertretern der Südtiroler Wirtschaftswelt, etwa der Sparkasse AG und Alperia, von Rauch und Stiegel, von Rothoblaas und Prinoth, vom Präsidenten des Unternehmerverbands (und Chef von Microtec), Federico Giudiceandrea, und Landeshauptmann Arno Kompatscher. Der sprach den Organisatoren der Rennen auf der Saslong ein großes Kompliment aus: „Die Rennen auf der Saslong sind nicht erst seit dem 50. Geburtstag zur Legende geworden, sie sind dank des Einsatzes aller ein enormer Erfolg nicht nur für Ladinien, sondern für das ganze Land geworden.“

„Einsatz“ ist dabei das richtige Stichwort: Einsatz, um die Piste Jahr für Jahr auf Weltcupformat zu bringen, Einsatz, um den Athleten beste Bedingungen zu bieten, Einsatz, um die Saslong medial zum Erfolg zu machen, Einsatz, um auch noch den Transfer von Gröden nach Alta Badia komplikationslos zu bewerkstelligen. Es ist der Einsatz von 500 Freiwilligen, die dies alles ermöglichen, denn: an dieser Erfolgsgeschichte arbeitet ein ganzes Tal. Innovation braucht ganz offensichtlich auch Wurzeln, tiefe Wurzeln.

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