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29 September 2017IDM

Glas und Aluminium für eine Architekturikone: Stahlbau Pichler schafft Fassade für Amazon Italia

Die Aufgabe war heikel: Für den neuen Sitz von Amazon Italia in Mailand musste die in die Jahre gekommene Fassade einer Architekturikone aus den 1970er-Jahren auf den neuesten Stand von Ästhetik und Technik gebracht werden. Eine Aufgabe für Stahlbau Pichler aus Bozen.

70.000 Quadratmeter Bürofläche in einem Gebäude, das stilprägend für das Mailand der 1970er-Jahre war: Was klingt, wie ein Sahnestück auf dem Immobilienmarkt, hatte einen gewaltigen Haken – die Fassade. Die bestand aus Glas und zahllosen senkrecht stehenden Aluminiumträgern, die das Gebäudeinnere scharf von der Umgebung trennten. Ein Konzept, das vor über 40 Jahren zwar avantgardistisch war, heute aber nicht mehr gefragt ist. Deshalb hatte der Gebäudeeigner, der Immobilienfonds „Antirion Global“, das Architekturbüro GBPA Architects damit beauftragt, die in die Jahre gekommene Architekturikone stilistisch und technisch ins 20. Jahrhundert zu befördern, damit sie ihrem neuem Zweck gerecht werden kann: als Sitz des E-Commerce-Riesen Amazon in Italien.

Der Sprung einer Architekturikone aus den 70ern ins 20. Jahrhundert

Das Herzstück der Neugestaltung war dabei die Fassade, die von Grund auf neu errichtet wurde. Für diese heikle Aufgabe wurden die Bozner Spezialisten von Stahlbau Pichler nach Mailand geholt. Sie hatten schon auf schwierigsten Baustellen, etwa jener zum Bau der neuen Zugspitzbahn, bewiesen, dass sie Herausforderungen gewachsen waren und auch das Mailänder Projekt hatte es in sich. „Das Gebäude in der Via Monte Grappa ist eines, das man in ganz Mailand kennt, und zwar nicht nur, weil darin ein bekanntes Bauunternehmen seinen Sitz hatte, sondern vor allem, weil es für die 1970er-Jahre ein hochinnovatives Projekt war“, erklärt Architekt Luca Mastropierro, Key Account Manager von Stahlbau Pichler. Vor allem die Fassade sei damals technisch ihrer Zeit voraus gewesen. „Über die Jahre haben sich allerdings die Anforderungen an Fassaden grundlegend geändert, die alte Fassade war daher für den Immobilienmarkt ein Problem“, so Mastropierro.

Wenn auch technisch überholt, wollte man die stilprägenden Elemente der Fassade doch auch in das neue Konzept retten, weshalb etwa die vertikalen Aluminiumelemente auch am neuen Gebäude wieder auftauchen. „Sie sind als Reminiszenz an das alte Gebäude gedacht, passen aber genauso ins neue Konzept, dem das Ziel einer größtmöglichen Transparenz zugrunde liegt“, so der Architekt in Diensten von Stahlbau Pichler.

Extraklares Glas und Schutz vor der Sonne

Für den neuen Italien-Sitz von Amazon hat Stahlbau Pichler deshalb eine Fassade aus Glaszellen geschaffen, die nicht nur technisch auf dem neuesten Stand sind, sondern auch schnell zu verbauen waren. So konnten in der Bauphase 18 bis 20 Glaszellen täglich verbaut werden. Die gesamte, 8300 Quadratmeter umfassende und aus 1550 Zellen bestehende Fassade stand so nach gerade einmal vier Monaten Bauzeit. Mehr noch: Die neuen Glaszellen tragen zu einer derart hohen Energieeffizienz bei, dass das rundum erneuerte Gebäude den KlimaHaus-Standard A erfüllt und LEED Platinum-zertifiziert wird.

Während die alte Fassade noch stark zwischen Innen und Außen getrennt hat, schafft man heute mit extraklarem Glas eine möglichst „weiche“ Barriere. Und gegen allzu starke Sonneneinstrahlung schützen vertikale Abschirmelemente, darunter auch jene aus Aluminium, denen das Gebäude seit jeher seine besondere Ästhetik verdankt. So werden die stilprägenden Elemente aus den 1970er-Jahren auch die neue Ära des Gebäudes als Amazon-Sitz prägen.