Smart mobility

14 Dezember 2017IDM

Europas erster Tesla-E-Sattelschlepper geht nach Südtirol

Ein Lkw, von dem man nur das Rollgeräusch hört und sonst nichts? Ein Lkw, der keine Abgase ausstößt? All das verspricht der US-Autobauer Tesla für seinen elektrisch angetriebenen Sattelschlepper. Der erste Tesla Semi Truck in Europa wird ausgerechnet in Südtirol auf die Straße gestellt: vom Bozner Logistikunternehmen Fercam.

Die Anstrengungen, die Emissionen des Güterverkehrs auf der Straße auf null zu reduzieren, haben durch den Einstieg von Tesla in den Lkw-Sektor ganz neuen Schwung bekommen. Schon 2019 soll mit dem Tesla Semi Truck ein Sattelschlepper ausgeliefert werden, der nur mit einem E-Motor ausgestattet sein und laut Herstellerangaben eine Reichweite von 800 Kilometern haben wird. „Wenn der Tesla Semi das hält, was bei seiner Vorstellung versprochen wurde, wird dies eine wahre Revolution im Schwerverkehr“, so Hannes Baumgartner, Geschäftsführer von Fercam.

Über die USA nach Südtirol

In diese Revolution setzt der Südtiroler Logistikriese einige Hoffnung, denn: „Der technologische Fortschritt ist unser bester Verbündeter im aktiven Umweltschutz“, so Baumgartner. Bereits seit einiger Zeit sei Fercam auf der Suche nach elektrisch betriebenen Alternativen zum klassischen Lkw, allerdings sei man bis dato für den Überlandverkehr nicht fündig geworden. Die Ankündigung von Tesla, in zwei Jahren einen E-Lkw auslieferbereit zu haben, wird bei Fercam deshalb als Chance gesehen – für das eigene Unternehmen und für die Lkw-Entwicklung, die durch den neuen Wettbewerber Tesla befeuert wird.

Vorerst sind die Reservierungen der neuen Lkws auf Nordamerika beschränkt – für Fercam allerdings keine Hürde: über den langjährigen amerikanischen Partner MAO Inc. haben die Bozner Logistiker bereits einen Tesla Semi Truck bestellt, der über New Jersey nach Südtirol gelangen wird. „Wir sind zuversichtlich, dass wir nach der Einfuhr auch in Europa die entsprechende Zulassung erhalten werden“, so Baumgartner. Fercam wird also zu den ersten Logistikunternehmen weltweit zählen, die den Tesla-Truck in ihren Fuhrpark aufnehmen können, in Europa bildet man die unangefochtene Speerspitze.

Neue Maßstäbe in Umweltschutz und Sicherheit

Derzeit beschränkt sich der elektrische Gütertransport auf den innerstädtischen Verkehr, auch weil die begrenzte Reichweite der E-Fahrzeuge längere Strecken bis dato nicht zugelassen hat. Die neue Entwicklung aus den USA soll nun auch den elektrisch betriebenen Gütertransport auf Überlandstrecken zulassen, und zwar ganz ohne Lärm und Emissionen. Der Tesla-Sattelschlepper soll allerdings nicht nur im Antrieb (und darüber im Umweltschutz) neue Maßstäbe setzen, sondern auch in puncto Sicherheit: so wird der Semi Truck mit einer verbesserten Version des Tesla-Autopiloten ausgestattet, also auch mit Abstandsregler, Spurhalte- und Notbremsassistenten.

Sicherheit und Umweltschutz gehen bei dieser technischen Revolution also Hand in Hand. Und europaweit zuallererst spürbar wird sie auf Südtirols Straßen.