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17 November 2017IDM

Vom Nischenprodukt zum Massenphänomen: IDM-Workshop lotet Potential von Virtual Reality aus

Auf dem Mond landen, aus einem Flugzeug springen, am offenen Herzen operieren und das alles, ohne sich aus dem Sessel zu erheben oder über die nötige Erfahrung zu verfügen: Virtual Reality (VR) öffnet neue Welten, wie auch die Teilnehmer am von IDM Südtirol und TedX Bolzano organisierten Workshop erleben durften.

Wie groß das Potential von VR ist und daher auch das Interesse daran, konnten die Organisatoren des TedX-Workshops am Samstag vergangener Woche feststellen. Die 50 zur Verfügung stehenden Plätze waren umgehend ausgebucht, die Teilnehmer dann auch mit viel Engagement dabei. Kein Wunder, gilt VR doch als nächster großer Schritt in der Kommunikation: „Die virtuelle Realität wird die Kommunikation genauso nachhaltig verändern, wie es das Internet, die sozialen Netzwerke oder das Smartphone bereits getan haben“, ist etwa Bruno Mandolesi, Gründer des VR-Unternehmens Realer mit Sitz im IDM-Gründerzentrum in Bozen Süd, überzeugt.

VR viel mehr als ein Spielzeug

Auch wenn sich die virtuelle Realität derzeit also von einem Nischenprodukt für digitale Insider zu einem Massenphänomen entwickelt, hängt ihr doch nach wie vor das Etikett an, bloße Unterhaltung, ein reines Spielzeug zu sein. Wie beim Workshop offensichtlich wurde, allerdings völlig zu unrecht. So können Chirurgen heute schon mit VR-Hilfe Operationen simulieren (und entsprechend trainieren), ohne dabei Menschenleben in Gefahr zu bringen, große Konzerne wie Amazon oder IKEA setzen für ihre Produkte Augmented Reality (AR) ein und Realer selbst hat ein VR-Tool entwickelt, mit dem Bergretter Lawinenrettungen lebensecht simulieren können. Dazu kommt, dass man auch all jenen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, eine (virtuelle) Reise an nahezu jeden Flecken der Erde ermöglichen kann – völlig gefahr- und nahezu kostenlos.

Anhand solcher und ähnlicher Beispiele erklärte Bruno Mandolesi von Realer sowie Markus Karlseder des VR-Unternehmens Mindconsole, das in Graz, Sidney und Berlin sitzt, den Teilnehmern am Workshop zunächst die verschiedenen Grundbegriffe. Vor allem ging es darum, die Konzepte VR, AR und Mixed Reality voneinander abzugrenzen und deren ganz eigenen Potentiale zu beschreiben. In einem zweiten Teil ging es dann ans Eingemachte: Die Workshop-Teilnehmer konnten das Gehörte gleich selbst an drei Stationen interaktiv ausprobieren. So konnten sie über eine Gletscherspalte balancieren (in Halbschuhen, versteht sich), mitten in Bozen den Brennerbasistunnel begehen oder sich aus einem Flugzeug stürzen – ganz ohne Fallschirm.

Unterstützung für Innovative

VR bietet demnach einen wichtigen Steigbügel für Innovationen in nahezu allen Bereichen, ein wichtiges Instrument, um Fortschritte in den unterschiedlichsten Anwendungen zu erzielen. „Auch dieser Workshop hat wieder eindrücklich gezeigt, welches Potential in den neuen VR-Technologien steckt, und zwar nicht nur technologisch, sondern auch und vor allem wirtschaftlich“, so Alexia Demez von IDM Development, die den Workshop-Teilnehmern die Unterstützungs- und Dienstleistungen von IDM Südtirol für innovative Unternehmen vorgestellt hat. „Realer ist ein gutes Beispiel dafür, dass man mit einer guten Idee, dem nötigen Engagement und Know-how sowie der Unterstützung in unserem IDM-Gründerzentrum in Bozen Süd auch international Fuß fassen kann“, so Demez.

IDM Südtirol erwartet sich in Sachen Innovation auch neue Impulse vom eben erst eröffneten NOI Techpark in Bozen: „Hier treffen innovative und kreative Köpfe der unterschiedlichsten Bereiche zusammen, der Austausch befruchtet und führt zu ganz neuen Sichtweisen und Ideen“, so Demez, die ergänzt: „Ganz sicher auch mit Hilfe der virtuellen Realität.“