Talente

13 Dezember 2018IDM

Von Indien an die Bozner Uni, um Businessideen in Startups zu verwandeln: „Kämpft dafür, Eure Träume wahr zu machen“

Dron lebte in Delhi, einer Stadt mit 22 Millionen Einwohnern. Und er hat sich für Südtirol entschieden. Hier lehrt er an der Fakultät für Informatik der Freien Universität Bozen

Delhi ist Dron Khannas Geburtsort, seit 2010 ist seine Heimat aber Südtirol. Damals war der junge Informatikstudent aus Indien an die Freie Universität Bozen gekommen, wo er im Laufe der Jahre einen ganz besonderen Fokus auf junge Unternehmen gelegt hat. So ist es kein Wunder, dass er derzeit an seinem PhD im Bereich „Software Startups“ arbeitet und zugleich als Assistenzprofessor an der Bozner Uni unterrichtet. An Arbeit fehlt es ihm also nicht: „Die Welt der Startups in Südtirol ist in Bewegung“, erklärt Dron. „Es gibt viele Studenten mit unterschiedlichen Backgrounds in unseren Kursen und so entstehen ausgezeichnete Businessideen.“

Dass er einmal am Professorenpult landet, ist offenbar so etwas wie Drons Bestimmung. „Meine Eltern haben es wohl schon bei meiner Geburt vorausgesehen“, lacht er und spielt dabei auf den Ursprung seines Namens an. Dron kommt von Drona, der der indischen Legende nach nicht nur mit der göttlichen Waffe „Astra“ ausgestattet war, sondern auch ein weiser Lehrer war. 

„Ich lehre meine Studenten, im Leben immer dafür zu kämpfen, ihre Träume wahrzumachen“

Bestimmung oder nicht: „Mir gefällt das Unterrichten an der Uni Bozen, weil es mir die Möglichkeit gibt, mich mit vielen Leuten aus aller Welt auszutauschen, die eine ähnliche Lebensentscheidung getroffen haben wie ich: hier in Bozen zu studieren“, erklärt Dron. Er nimmt auch ein paar Anleihen an den übernatürlichen Kräften seines Namenspatrons: „Ich lehre meine Studenten, im Leben immer dafür zu kämpfen, ihre Träume wahrzumachen“, so Dron, für den die Entwicklung eines Startups genau das ist: Kämpfen, um einen Traum zu verwirklichen.

Kämpfen heißt hier vor allem arbeiten. „Ideen für Startups müssen kanalisiert werden, man muss sich den Problemen stellen und Lösungen finden“, so Dron. An der Universität helfe man herauszufinden, ob die Geschäftsidee wirklich innovativ sei und wie sie in der Realität funktionieren könne. „Jeder von uns glaubt, seine Startup-Idee sei die genialste, die innovativste“, sagt Dron, „das ist auch gut so, nur müssen wir den Studenten vermitteln, dass die Idee bloß der Anfang eines langen Weges ist“. 

„Für die Entwicklung eines Startups ist Südtirol der ideale Ort“

Wichtig sei in diesem Prozess auch der Austausch: „Man muss Leute treffen, muss ihnen die Idee erklären und ihre Überlegungen dazu ernst nehmen.“ Deshalb geht Dron mit seinen Studenten auf die Straße, um mit Passanten über Ideen zu reden und Umfragen zu machen. Von diesen Begegnungen hat Dron gelernt: „In Südtirol gibt es einen interessanten Mix aus kreativen und praktischen Geistern, vielleicht auch, weil sich hier verschiedene Kulturen treffen“, sagt der Assistenzprofessor. Und er fügt hinzu: „Für die Entwicklung eines Startups ist es jedenfalls der ideale Ort.“

Kulturell könnte dieser Ort seiner Geburtsstadt Delhi nicht ferner liegen und trotzdem: „Wer von irgendwoher auf der Welt nach Südtirol kommt, will sehr oft auch hier bleiben“, sagt er. Bei ihm sei es nicht zuletzt der Wunsch gewesen, nach einer hektischen Metropole wie Delhi einen ruhigeren Ort zu finden, einen Platz zum Leben, an dem man auch die Natur wieder spüren könne. So ist der Inder auf dem Ritten gelandet, im Ortenhof. Die Wohnungen dort gehören einer Professorin für Geophysik, eine ganze Reihe Studenten lebt hier. „Wir sind mittlerweile eine große Familie“, sagt Dron. Noch immer wundert er sich darüber, dass man ihn auf der Straße grüße, dass man ein paar Worte mit ihm wechsle oder ihn im Auto ein Stück mitnehme, wenn er zu Fuß zur Rittner Seilbahn oder von dort nach Hause unterwegs sei. „Schließlich komme ich aus einer Stadt mit fast 22 Millionen Einwohnern“, sagt Dron.

Er scheint demnach gefunden zu haben, wonach er im Leben gesucht hat. Und auch so manches, was für ihn gänzlich neu ist. So kümmert sich Dron um die Esel einer Rittner Familie. „Ich habe entdeckt, dass Esel nicht nur schöne, sondern auch hoch intelligente Tiere sind“, erklärt der gebürtige Inder, „die Arbeit mit ihnen entspannt mich“. Und weil ihm die Esel als Vierbeiner offensichtlich noch nicht genügen, nennt er zudem zwei Katzen sein Eigen: Pompom und Pirat.

„Vielleicht werde ich irgendwann das erste indisch-Südtiroler Restaurant eröffnen“

Esel und Katzen, der Ritten, die Natur, seine Startups: Leidenschaften gibt es in Drons Leben viele, darunter auch eine, die es ihm besonders angetan hat: das Kochen. Als analytischer Mensch zieht er auch gleich Parallelen zwischen dieser Passion und jener für die Startups. „Kochen und Startups sind sehr ähnlich“, sagt Dron: „Man braucht eine Idee, man entwickelt sie mit viel Leidenschaft und stellt sie dann Menschen vor um zu sehen, was sie davon halten.“ Drons Palette in der Küche ist dabei eine denkbar breite: „Meine Freunde sagen mir nicht nur, dass meine indischen Gerichte ausgezeichnet schmecken, sondern bescheinigen mir auch, gute Knödel zuzubereiten“, sagt Dron und lacht: „Vielleicht werde ich irgendwann das erste indisch-Südtiroler Restaurant eröffnen.“ Mit Liebe zu kochen, mache Menschen glücklich, sagt er und fügt hinzu: „Ich koche mit viel Herz und deshalb tummeln sich bei mir zu Hause auf dem Ritten auch immer eine ganze Menge Freunde.“

Fact Sheet

Hier lebt Dron

Bozen zieht dank seiner beiden unterschiedlichen Facetten – eine nordeuropäisch geprägt, die andere eher mediterran – Gäste aus aller Herren Länder in seinen Bann. Die beiden Gesichter dieser Stadt gehen hier eine perfekte Verbindung ein, die in den kunsthistorisch bedeutsamen Sehenswürdigkeiten bestens zum Ausdruck kommt.

Jahrhundertelang war Bozen ein wichtiges Handelszentrum zwischen Italien und Deutschland.

Heute ist Südtirols Hauptstadt eine Weltstadt, die sich gleichzeitig lebendig, fröhlich, weltoffen, modern und traditionsverbunden zu zeigen weiß.

Bozen bietet ein ausgewogenes Stadtbild aus Wohn- und Grünflächen. Auf einer Vielzahl von Wegen lassen sich in Zentrumsnähe schöne Spaziergänge unternehmen und gleichzeitig können ambitioniertere Wanderer auch mit einer der drei Bergbahnen auf die rings um die Stadt gelegenen Hochebenen fahren. Die Naturkulisse ist hier einzigartig.

Hier arbeitet Dron

Dron arbeitet an der Fakultät für Informatik der Freien Universität Bozen.

Die Lehre wird durch eine exzellente Infrastruktur unterstützt und speist sich kontinuierlich aus aktuellen Forschungsarbeiten. Studierende aller Studienniveaus sind von Anfang an in innovative Softwareprojekte eingebunden, die sich direkt auf Unternehmen, Gesellschaft und die Wissenschaftsgemeinschaft auswirken.

Mit Lehrenden aus 8 verschiedenen Ländern bietet die Universität ein ideales internationales Lehr- und Forschungsumfeld. 

Führende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in den Bereichen Datenmanagement, Software Engineering und Intelligent Systems arbeiten an international anerkannten Projekten. Finanziert werden diese zum Großteil über private Drittmittel, den Rest decken öffentliche Gelder.

Die Fakultät schaffte es im Jahr 2017 in die Top 200 des Times Higher Education “Computer Science subject ranking.”