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8 April 2019NOI Techpark

Forschung und Unternehmen Hand in Hand: Der NOI Techpark bekommt Zuwachs

Der Technologiepark, dessen Innovationskraft von der Natur inspiriert wird, eröffnet ein neues Baumodul für Tech-Companies. Hier siedeln sich unter anderem Microtec und Maccaferri an

Der NOI Techpark in Bozen, das „Haus der Innovation“, das in der Provinz mit der niedrigsten Arbeitslosenquote Italiens (2,9 Prozent) und einem der höchsten Pro-Kopf-BIP in Europa entstanden ist, wächst eineinhalb Jahre nach seiner Eröffnung weiter. Sowohl in Gestalt als auch in Inhalt. Den Unternehmen steht nun ein neues Gebäude zur Verfügung, in dem 25 neuen Firmen untergebracht sind, die sich entschieden haben, ihre Innovationsabteilungen oder den gesamten Betrieb dorthin zu verlegen. Was hat sie zu diesem großen Schritt bewogen? Das Potenzial des Parks, eines Ortes, an dem sich Universität, Forschungszentren und Unternehmen – wie Synapsen zwischen den Zellen – gegenseitig aktivieren, um Innovationen hervorzubringen.

Neue Produkte entwickeln, in engem Kontakt mit wichtigen Forschungspartnern

Mit der F&E-Abteilung oder mit allen Mitarbeitern in den NOI Techpark einzuziehen, bedeutet Zugang zu einem umfassenden Ökosystem zu erhalten: Es reicht, einen Korridor zu überqueren oder durch den Park zu spazieren, um in Kontakt mit international tätigen Forschungseinrichtungen – Eurac Research, dem Versuchszentrum LaimburgFraunhofer Italia und der KlimaHaus-Agentur – sowie mit den vier Fakultäten der Universität Bozen – Naturwissenschaften und Technik, Informatik, Wirtschaftswissenschaften, Design und Künste – zu kommen. Und neben den Kompetenzen in den Südtiroler Schlüsselbranchen Green, Alpin, Food und Automation findet sich eine Infrastruktur mit 30 wissenschaftlichen Labors der jüngsten Generation – von der Klimakammer für beschleunigte Lebensaltertests über den Sonnensimulator für Fotovoltaikmodule bis hin zum TerraXcube, de Forschungsinfrastruktur von Eurac Research, in der die extremsten klimatischen Bedingungen auf dem Planeten Erde simuliert werden können, indem Wetterlagen und Klimata auf Meereshöhen von 0 bis 9.000 Metern nachgebildet werden, um deren Einfluss auf den Menschen, auf ökologische Prozesse und auf technische Produkte zu untersuchen. 

Ein „grünes“ Innovationsquartier mit 500 außergewöhnlichen Köpfen

Der NOI Techpark ist ein „Universum“, das von 30 Start-ups und 40 Unternehmen bevölkert wird, und in dem sich Synergien zwischen öffentlichen Einrichtungen und Privaten entwickeln, Brücken zwischen Forschung und Wirtschaft – mit der Unterstützung von 500 Köpfen: den Frauen und Männern des Parks, mehr als 60 Prozent davon jünger als 40 Jahre, mehr als 70 Prozent im Besitz eines Bachelorabschlusses oder eines PhD, mit einem hohen Anteil an Multikulturalität – alles in allem werden 15 verschiedene Sprachen (genau: 15!) gesprochen. Das Ganze ist in einen Kontext eingebunden, in dem die Natur als Inspiration dient, wie bereits aus der Philosophie des Bauens bzw. des Baus hervorgeht. Und so ist der Park nicht nur klimaneutral, sondern der Neubau, dessen Fassade „Klimahaus Gold“-zertifiziert ist, erreicht mit einem Verbrauch von weniger als 30 kWh/m²/Jahr das Energieniveau A.

„Hier herrscht ein besonderer Geist, der Kreativität fördert“

In diesem Umfeld, das smart und „green“ ist und in dem die Natur zu einem Ansporn wird, um Grenzen zu überwinden, haben Unternehmen eine konkrete Chance zum Innovieren. „Wir haben unseren Hauptsitz in den Technologiepark verlegt, weil wir hier durch den engen Kontakt mit der Welt der Forschung die Gelegenheit erhalten, neue Ideen und neue Produkte zu entwickeln. Und in unserer Branche ist es grundlegend, innovative und integrierte Lösungen anbieten zu können", sagt Paolo Viskanic, CEO von R3 GIS, einer Firma, die sich auf die Realisierung von Weblösungen zur Verwaltung raumbezogener Daten spezialisiert hat. Ähnlich wie Viskanic sieht es Michael Gilli, Geschäftsführer von Holz Pichler, einem der größten Nadelholz-Sägewerke Italiens und einem der anerkanntesten Hersteller von technischen Holzkomponenten in Mitteleuropa. „Wir haben uns für den NOI Techpark als Standort für unsere Innovationsabteilung entschieden“, so Gilli, „weil hier ein besonderer Geist und eine Zukunftsvision vorherrschen, die Kreativität fördern. Deshalb finden wir ein ideales Ambiente für Forschung und Entwicklung vor, um unsere bestehenden Produkte zu verbessern und neue zu erfinden.“ 

„Die Unternehmen finden hier, was sie brauchen, um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen“

Motivationen, die auch von anderen „New Entries“ im Park geteilt werden: von Microtec, Weltmarktführer für optoelektronische Holzscanner, über Weico, ein ehemaliges Start-up, das im Incubator des NOI Techparks gewachsen ist, bis zu BTS Biogas, Cartorender, CISMA, DriWe, Endian, Ethical Software, GPI, HydroloGIS, KWB Italia, Officine Maccaferri, Micro Aerial Vehicle Technology, Mountain-Eering, Multiprotexion, Orma-Solutions, Tau Logic, Tecno-One, Veil Energy und Yanovis. „Die Unternehmen stehen im NOI Techpark im Mittelpunkt: Er ist ein Hub, in dem sie – dank der Investitionen in die Infrastrukturen, die Technologien und in das Wachstum der Talente – all das finden, was sie brauchen, um Forschung und Entwicklung zu betreiben und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen,“, bestätigt dann auch Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher.

Fortan wird im neuen Gebäude des NOI Techpark auch der Unterricht der Meisterschule für Handwerksberufe der Autonomen Provinz Bozen stattfinden, was die zentrale Bedeutung desdualen Ausbildungssystems und die Wichtigkeit der Annäherung junger Handwerker an die Innovation unterstreichen. Ein weiterer Schritt für Südtirol, die Provinz im Herzen Europas, auf einem anspruchsvollen und strategischen Weg – aber nicht nur, wie Ulrich Stofner, Direktor des NOI Techpark, in Erinnerung ruft: „Das große Interesse der Unternehmen bestätigt die Effizienz eines Projekts, das in den kommenden Jahren noch weiterentwickelt werden wird. Wir sind erst beim ersten von insgesamt 12 Hektar angekommen, über die sich der Technologiepark bei seiner Fertigstellung erstrecken wird.“

Die Reise, die im Oktober 2017 begonnen hat, geht also rascher voran denn je, mit neuen Protagonisten, Räumlichkeiten und Geschichten zum Erzählen. Ein Zeichen für eine Innovation, die im Namen der Natur geboren wurde – und wächst. 

Fact Sheet

NOI Techpark in Zahlen

Am 20. Oktober 2017 wurde der NOI Techpark nach zwei Jahren Bauzeit eröffnet und ist seitdem ein Ort, wo Unternehmen, Universität und Forschungseinrichtungen zusammenwirken, um Südtirols Wirtschaft in ihrer Innovationskraft zu stärken und Südtirol als relevanten regionalen Forschungsstandort zu etablieren. Bereits heute arbeiten und forschen 40 Unternehmen, 30 Start-ups, 4 Fakultäten der Uni Bozen, 4 Forschungseinrichtungen, 30 Labors und in Summe 500 Mitarbeiter im NOI Techpark.