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19 Januar 2018IDM

Klimahouse Startup Award 2018 geht ins Finale

Am 26. Januar wird zum zweiten Mal nach 2017 im Rahmen der Klimahouse, der Fachmesse für energieeffizientes Bauen und Sanieren in Bozen, der Klimahouse Startup Award vergeben. Der internationale Preis prämiert Start-ups, die auf nachhaltige Technologien für intelligentes Bauen mit Blick auf Mensch und Natur setzen.

Von der „Luminescent Solar Concentrator“-Technologie, welche gewöhnliche Fenster in semi-transparente Solarzellen verwandelt, über einen intelligenten Roboter für den Gerüstbau bis hin zu vollständig kompostierbaren Bauplatten aus Pilzgeflecht – die zehn Projekte aus Italien, Deutschland und Österreich, welche im Finale des Klimahouse Startup Award am 26. Januar 2018 gegeneinander antreten werden, bieten innovative Lösungen im Baubereich.

Um die Teilnahme beworben haben sich insgesamt 29 Start-ups, unter welchen eine internationale Fachjury die Finalisten ausgewählt hat. Es sind dies: E2T (Graz), Glass to Power (Mailand), Innovacrete (Ancona), Kewazo (München), Mind (Modena), Mogu (Varese), Nathal Energy (Villach), Powahome (Rom), Ribes Tech (Mailand) und Ricehouse (Biella). Kurzbeschreibungen der Tätigkeiten dieser Start-ups finden sich am Textende.

Auszeichnung für innovationsstarke europäische Start-ups

Im Sinne des Mottos „Bauen im Einklang mit der Natur heißt Wohnen im Einklang mit der Natur“ ist die Teilnahme am Klimahouse Startup Award innovationsstarken europäischen Start-ups vorbehalten, die mit nachhaltigen Technologien in den Bereichen Smart Building, Smart Living und Smart City ein besonderes Augenmerk auf das harmonische Verhältnis zwischen Mensch und Natur legen. Ziel der Initiative ist, dem Green-Tech-Sektor neue Impulse zu geben und junge Unternehmen auf konkrete Art und Weise am Markt zu unterstützen.

Das Finale des Wettbewerbs wird im Rahmen der Klimahouse Innovation Days während der Klimahouse, der Fachmesse für energieeffizientes Bauen und Sanieren vom 24. bis 27. Januar 2018 in Bozen, stattfinden. Die Innovation Days sind ein intensives Vier-Tage-Programm im Zeichen des Matchmakings zwischen Start-ups, Investoren und strategischen Businesspartnern.  

Das Programm der Klimahouse Innovation Days sieht pro Tag zwei für die Öffentlichkeit zugängliche Events vor, bei denen sich die Pitches der Start-ups mit Paneldiskussionen abwechseln, bei welchen Experten, Investoren und Unternehmer sich zu Innovationsthemen austauschen. Während der ersten drei Tage der Veranstaltung wird es darüber hinaus sogenannte „Slow Dates” zwischen den teilnehmenden Start-ups, potentiellen Businesspartnern und den Experten der Jury geben. Und am 27. Januar werden die Start-ups und die Inkubatoren der Jury die Gelegenheit haben, die wichtigsten Akteure der Südtiroler Startup-Szene zu treffen, und zwar im Rahmen einer gemeinsam mit IDM Südtirol, dem Wirtschaftsdienstleister der Autonomen Provinz Bozen und der Handelskammer Bozen, organisierten Führung durch den neuen NOI Techpark in Bozen.

Eine internationale Fachjury mit namhaften Experten

Nicht nur die Teilnehmer am Klimahouse Startup Award sind international, sondern auch die Jury: Aus Deutschland mit dabei sind Vertreter von SpinLab, dem Business Accelerator der renommierten Leipzig Graduate School of Management, und gleich drei Inkubatoren (MTZ, gate und Xpreneurs) aus München, einem der wichtigsten Hotspots Deutschlands für Innovation und Technologie. Auch Vertreter des slowenischen Inkubators ABC und von Startup Europe Partnership (SEP), einer Initiative zur Förderung von europäischen Start-ups durch Unterstützung bei der Kapitalbeschaffung und beim Matchmaking mit Unternehmen und Investoren, werden ihr Know-how zur Verfügung stellen. Zudem sind in der Jury Experten des Polytechnikums Mailand, der Südtiroler KlimaHaus-Agentur, von Eurac Research, Messe Bozen und IDM Südtirol vertreten, ebenso wie der Schriftsteller Gianluigi Ricuperati. Letzterer war drei Jahre lang kreativer Direktor der renommierten privaten Mailänder Designschule Domus Academy.

Der Klimahouse Startup Award ist mit insgesamt 20.000 Euro dotiert. In diesem Betrag enthalten sind auch die Kosten für die Teilnahme der zehn Finalisten an den Klimahouse Innovation Days.

Der Hauptpreis beinhaltet ein umfassendes Servicepacket: Das Sieger-Start-up erhält die Möglichkeit, kostenfrei an der Klimahouse 2019 in Bozen teilzunehmen – als Aussteller auf der Messe und als Redner bei den Side Events. Inkludiert ist zudem ein umfassendes Publicity-Servicepacket, bestehend aus Pressemitteilung, Video-Interview, Teilnahme als Redner an der Hauptkonferenz sowie Platzierung im Katalog und auf der offiziellen Webseite der Messe. Des Weiteren beinhaltet der erste Preis ein Competency Mapping light durchgeführt von IDM Südtirol.

Darüber hinaus kann das Sieger-Start-up vom 13. bis zum 15. April 2018 als Aussteller an der von Messe Bozen veranstalteten Klimahouse Toscana in Florenz teilnehmen.

Heuer neu im Programm ist die Verleihung eines Sonderpreises der Südtiroler KlimaHaus-Agentur.

Organisiert wird der Klimahouse Startup Award von Messe Bozen, IDM und der Kommunikationsagentur Blum.

Fact Sheet

Die zehn Finalisten

E2T: Das Spin-off der Technischen Universität Graz hat einen leicht handhabbaren Plug&Play-Photovoltaik-Speicher für den Balkon entwickelt. Das kleine Gerät – für die Installation braucht es keinen Techniker, das Gerät kann bequem an die Steckdose angeschlossen werden – ist in der Lage, den aktuellen Energieverbrauch der jeweiligen Behausung zu messen und dann die gleiche Menge an Strom wieder in das Versorgungsnetz einzuspeisen.

Glass to Power: Das mehrfach ausgezeichnete Start-up ist ein Spin-off der Universität Mailand-Bicocca und hat sich auf die Entwicklung von Solarfenstern spezialisiert – ein hoch innovatives und patentiertes Produkt, basierend auf der sogenannten „Luminescent Solar Concentrator“-Technologie (LSC). Hierbei handelt es sich um semi-transparente Plastikplatten, in welche spezielle Nanoteilchen integriert sind, die das Sonnenlicht einfangen. Dadurch können gewöhnliche Fenster in Solarzellen verwandelt werden, die den Energiebedarf eines Gebäudes abdecken können.

Innovacrete: Das Spin-off der Università Politecnica delle Marche ist auf die Entwicklung und Produktion von hochleistungsfähigen Baumaterialien auf Betonbasis spezialisiert. Die Mission des Jungunternehmens ist es, den klassischen Betonbau zu revolutionieren. Zu diesem Zweck hat das Start-up eine Reihe an Produkten auf den Markt gebracht, die Besonderheiten wie hohe Leistungsfähigkeit dank einer extrem kompakten Matrix und der Zugabe von Fasern aufweisen.

Kewazo: Das Start-up aus München hat ein Robotersystem für den Gerüstbau entwickelt, dank dem während der Montage alle Teile zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geliefert werden. Diese Technologie ermöglicht nicht nur signifikante Zeit- (die Geschwindigkeit der Montage kann um bis zu 42 Prozent erhöht werden) und Kostenersparnis (bis zu 30 Prozent), sondern macht den Gerüstbau darüber hinaus um einiges flexibler und sicherer.

Mind: Das Start-up aus Modena hat ein innovatives System für die Hausautomation entwickelt, welches auf einer Reihe von intelligenten Algorithmen basiert und sich durch sein italienisches Design auszeichnet. Ein Netzwerk von Sensoren sammelt und interpretiert die Gewohnheiten und Vorlieben jedes Bewohners. Dank dieser Informationen ist das System in der Lage, die Geräte und Anlagen des Wohngebäudes zu aktivieren, auszuschalten und zu regulieren und so den Wohnraum so angenehm wie möglich zu gestalten. Die Bewohner können das System per Sprachbefehl oder App kontrollieren.

Mogu: Das Start-up aus Varese hat Bauplatten entwickelt, die zu 100 Prozent kompostierbar sind. Sie bestehen aus Pilzgeflechten und Abfallprodukten der Agrar- und Lebensmittelindustrie und können entweder für Fußböden oder zur Wärme- und Lärmdämmung von Häusern verwendet werden. Der Pilz, welcher sowohl in als auch um das pflanzliche Material wächst fungiert als natürlicher Kleber und verleiht dem Biomaterial Stabilität.

Nathal Energy: Das Start-up aus Kärnten, produziert und vermarktet energieautarke Mehrzweck-Versorgungscontainer für Strom, Wärme, Kälte und Wasser auf regenerativer Basis. Die mobilen Versorgungscontainer sind nach internationalen technischen Standards konzipiert; Hauptanwendungsmöglichkeiten sind die humanitäre Hilfeseinsätze, Klima- sowie Grenzschutz, zukünftig sollen sie auf militärische und dezentrale kommunale Projekte ausgeweitet werden.

Powahome: Das Start-up aus Rom hat ein Home-Automation-System entwickelt, welches einfach in die bereits vorhandenen Schalter und Steckdosen eines Hauses integriert werden kann, ohne dass ein Eingriff in die elektrische Anlage erforderlich ist. Powahome ermöglicht es, alle Funktionen per Fernzugriff via Smartphone oder Tablet zu steuern.

Ribes Tech: Das Start-up aus Mailand hat eine Methode entwickelt, um biegbare Solarzellen herzustellen. Die Solarzellen werden in großen Mengen auf kostengünstige Plastikfolien in verschiedenen Formen und Farben gedruckt und sind darüber hinaus recyclebar und sehr leicht (wenige hundert Gramm pro Quadratmeter). Dank dieser Eigenschaften haben die Solarzellen von Ribes Tech das Potential neue Märkte zu eröffnen, und in Bereichen zum Einsatz zu kommen, die für die Photovoltaik-Technologien bisher nicht zugänglich waren.

Ricehouse: Das junge Unternehmen aus Biella hat sich im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft zum Ziel gesetzt, die Verwendung von Reisstroh und -spreu als Baustoff zu fördern. Ricehouse entwickelt, produziert und vermarktet Bio-Verbundwerkstoffe, die sich durch hohe Energieeffizienz, akustischen Komfort und Ökokompatibilität auszeichnen.